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NWZonline.de Plus Adipositas

Nach dem Abnehmen hängt das Gewebe

13.06.2019

Brake /Wesermarsch Endlich ein Leben im Normalformat führen. Schluss mit Klamotten, die mehr Sack als Pulli sind. Schluss mit den mitleidigen oder entsetzten Blicken und Kommentaren anderer. Schluss mit der Unsportlichkeit und zahlreichen Begleiterkrankungen, die die krankhafte Fettleibigkeit im Gepäck hat. Endlich wieder einen Job finden, im Alltag belastbar und nicht mehr belastet sein. Und auch das: Her mit einer schicken Badehose oder einem Bikini. Oder schöner Unterwäsche, vielleicht mal was mit Spitze. Rein in eine Jeans, die lange Beine macht oder in ein T-Shirt, das einen Bizeps erkennen lässt. – So oder so ähnlich ist der Stoff, aus dem die Träume adipöser Menschen sind.

Einige Betroffene schaffen das große Abspecken mit Sport und einer Umstellung der Ernährung. Andere schaffen es mit einer operativen Magenverkleinerung. Manch einer halbiert sein Gewicht. Zur Zufriedenheit darüber gesellt sich häufig schnell ein weiteres Gefühl: das Unglücklichsein mit diesen Hautlappen, die vor allem am Bauch, aber auch an Armen, Beinen, Brust und Rücken hängen. „Die Haut überlappt, dazwischen herrscht das perfekte Milieu für Bakterien, so dass sich Entzündungen bilden“, erklärt Dr. Thorsten Renken. Er führt gemeinsam mit Dr. Jan Henrik Herrfurth plastische Operationen bei Adipositas-Patienten im St.-Bernhard-Hospital in Brake durch. Heißt: In den meisten Fällen Straffungen der Bauchdecke.

Zweieinhalb Kilo Haut können es schnell sein, die da pro Seite am Bauch entfernt werden, erläutert Herrfurth im Gespräch mit der NWZ. Fünf Kilogramm Haut, die am Bauch runterhängen, sind nicht wenig. Herrfurth: „Die passen nicht in einen Badeanzug. So eine Fettschürze wird schnell eingeklemmt, beispielsweise durch einen Gürtel. Das ist schmerzhaft.“ Der ärztliche Direktor des Krankenhauses berichtet von einer Köchin, die sich bei der Arbeit gleich mehrfach den Bauch verbrannt hat, weil die Hautlappen im Weg waren. „Viele können sich kaum bücken“, sagt Herrfurth, denn bei jeder Bewegung schwingen die Hautmassen mit – das tue weh, sei vor allem auch beim Sport, der so wichtig für den dauerhaften Abnehmerfolg ist, hinderlich.

Und dann ist da noch dieser penetrante, eklige Geruch: „Die Hautfalten sind wie feuchte Taschen. Durch die Bakterien darin entsteht dieser aufsteigende Geruch – trotz penibler Körperpflege der Betroffenen“, so Herrfurth. Auch an den Beinen und Armen würden Entzündungsherde entstehen: Bei jeder Bewegung reibt Haut auf Haut.

Herrfurth und Renken stehen hinter den plastischen Eingriffen bei fettleibigen Menschen, die viel Gewicht verloren haben, finden sie notwendig, damit am Ende das Konzept aufgeht. „Das ist keine rein ästhetische Operation, es gibt medizinische Gründe“, sagt Renken: „Es gehört zum ganzen Konzept der Adipositas-Behandlung dazu. Wir begleiten die Patienten jahrelang, das lassen wir uns nicht aus der Hand nehmen.“ Und Herrfurth fügt hinzu: „Dass wir die Leute schöner machen, ist ein Nebeneffekt davon, dass wir sie gesünder machen.“

Schnippschnapp, die Haut ist ab: So einfach ist so eine plastische Operation nicht. Ganz im Gegenteil. Die Eingriffe sind groß, es entstehen riesige Wundflächen und Narben, die gut verheilen müssen und deshalb intensiv versorgt werden müssen. Bei einer Bauchdeckenstraffung wird der Bauchnabel entfernt und auf passender Höhe wieder neu eingesetzt. Direkt nach der Operation wird ein individuell angepasstes Mieder angelegt, um zu verhindern, dass zu starke Kräfte auf die Wunden wirken. Die Patienten müssen einige Tage im Krankenhaus bleiben und ein Antibiotikum nehmen – nach einem Spaziergang hört sich das nicht an. Ist es auch nicht, sagen die Mediziner: „Aber am Ende haben wir mega dankbare Patienten“, so Herrfurth.

Lesen Sie auch die weiteren Teile unserer Serie: 
Jeder Schritt führt in die richtige Richtung

Wer richtig isst, der nimmt auch ab

Vom großen Traum, ein Uhu zu sein

Der Magen muss durchs Schlüsselloch

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Anja Biewald Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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