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NWZonline.de Plus Adipositas

Zahl der Schwergewichte steigt

18.03.2019

Oldenburg Die Krankenkasse IKK hat bei ihren Mitgliedern einfach mal nachgefragt: Wie sieht es aus mit dem Gewicht? Die Antwort ist ziemlich eindeutig: Oldenburg probiert’s mal mit Gemütlichkeit. Rund die Hälfte der Erwachsenen bringt zu viele Kilos auf die Waage.

Die Zahlen, das räumt die IKK selbst ein, sind nicht unbedingt repräsentativ. Sie stammen aus einer turnusmäßigen Mitgliederbefragung. Die Angabe zum Gewicht war dabei rein freiwillig. Sie seien aber „ausreichend aussagekräftig, um Tendenzen und Trends zu erkennen“.

Und das ist das Ergebnis der Befragung: Knapp die Hälfte der Oldenburger (49,7 Prozent) brachten 2017 ein Gewicht auf die Waage, das nach dem Body-Mass-Index (siehe Box) im besten Verhältnis zur Körpergröße steht. Etwas mehr als ein Drittel war den Angaben nach übergewichtig. 13,8 Prozent haben die Grenze überschritten, nach der die Weltgesundheitsorganisation von Fettleibigkeit oder Adipositas spricht. Insgesamt, so die IKK, sei damit die Zahl der Erwachsene, die übergewichtig sind, im Vergleich zu 2009 um vier Prozent angewachsen.

Spezielle OP-Tische

Die Formel

Relation: Hinter dem Body Mass Index (BMI) verbirgt sich eine Formel, die das Gewicht in Relation zur Körpergröße setzt.

Berechnung: Der BMI berechnet sich wie folgt: Gewicht durch Körpergröße zum Quadrat. Beispiel. Eine Frau ist 1,70 Meter groß und 65 Kilogramm schwer: 65 : 2,89 = 22,5. Ihr Body Maß Index liegt bei 22,5. Damit ist sie normalgewichtig.

Problem: Der BMI kann nur als Richtwert gelten, da er einige wichtige Parameter vernachlässigt: Wer zum Beispiel sehr muskulös ist, kann schnell einen zu hohen BMI erreichen. Einfluss nehmen zum Beispiel auch Alter, Körperbau und Geschlecht.

Werte: Die Weltgesundheitsorganisation hat folgende Werte festgelegt:
 Weniger als 18,5: Untergewicht
 18,5 bis 24,9: Normalgewicht
 25 bis 29,9: Übergewicht/Prä-Adipositas
 30 bis 34,9: Adipositas, Grad I
 35 bis 39,9: Adipositas, Grad II
 Mehr als 40: Adipositas, Grad III

Umfrage: Die IKK hat ihre Mitglieder in den Jahren 2009, 2013 und 2017 befragt. Hier die Ergebnisse im Einzelnen: 
 2009: 43,8 Prozent übergewichtig
 2013: 45,2 Prozent übergewichtig
 2017: 47,8 Prozent übergewichtig

Auch wenn die Zahlen nicht repräsentativ sind, sind die Ergebnisse nicht ganz von der Hand zu weisen. Das weiß auch Bertine Pienkos, Sprecherin des Pius-Hospitals: In der Orthopädie etwa mache sich die Gewichtszunahme bemerkbar. So bestätigten zwei Ärzte, dass sich der Leibesumfang in den vergangenen 20 Jahren verändert habe und dementsprechende Probleme mit sich bringe. Auch die Zahl der Patienten, die die Nebendiagnose „Adipositas“ erhalten haben, hat sich im Pius im Zeitraum von 2010 bis 2018 verdoppelt.

Das Hospital habe sich auf schwere Patienten und ihre Bedürfnisse eingestellt. Zum Beispiel im Bereich der Hilfsmittel: „Wir haben Tragen, die bis 300 Kilogramm ausgelegt sind“, sagt Pienkos. Dabei handele es sich um ein amerikanisches Fabrikat, da in den Staaten ein „gewisser Vorlauf in der Entwicklung herrsche“, was die Erfahrung mit gewichtigen Patienten angeht. Aber auch an spezielle Operationstische wurde gedacht. Doch auch im Kleinen wird angepasst: „Wir haben beispielsweise spezielle Manschetten zum Blutdruckmessen“, sagt Pienkos.

Was dem Krankenhaus auffällt, bleibt auch dem Rettungsdienst nicht verborgen: „Grundsätzlich ist dies eine Thematik, mit der sich der Rettungsdienst bereits vor einigen Jahren konfrontiert gesehen hat“, sagt Stephan Onnen, Pressesprecher der Stadt Oldenburg. Die Stadt habe daraufhin verschiedene organisatorische und technische Maßnahmen ergriffen, um diesen Einsätzen gerecht zu werden. Alle Rettungswagen des städtischen Rettungsdienstes seien etwa mit Tragen mit elektrischer Unterstützung ausgestattet.

Hilfe durch Feuerwehr

Zudem kann bei einem Einsatz mit sehr stark übergewichtigen Patienten seit 2013 auf einen im Auftrag der Stadt bei den Johannitern vorgehaltener Rettungswagen zurückgegriffen werden. Dieser ist mit spezieller Trage und Trageverbreiterung ausgestattet. Zur Unterstützung kann aber auch Personal der Berufsfeuerwehr in Anspruch genommen werden, das in der speziellen Rettung aus Höhen und Tiefen ausgebildet ist und über zusätzliche Hilfsmittel wie Schleifkorbtrage und Tragetuch XXL verfügt. Im Zeitraum von 2014 bis 2018 wurden 419 Transporte mit dem Zusatzstichwort „adipös“ abgeleistet, durchschnittlich 84 pro Jahr.

Doch woran liegt es, dass die Zahl der Schlanken schwindet? Da kann auch die IKK nur mutmaßen: „Die Ursachen für ein zu hohes Körpergewicht liegen meist in einer Kombination aus genetischer Veranlagung und ungesundem Lebensstil mit einer zu kalorienreichen Ernährung und fehlender körperlicher Aktivität“, sagt IKK-Pressesprecher Peter Rupprecht.

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Mareike Weberink Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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