Ahlhorn - Wenn bei sommerlichen Temperaturen abends der Gartengrill im Zentrum steht und ein Putensteak darauf liegt, kann es gut sein, dass das Fleisch dafür aus Ahlhorn kommt. Ahlhorn (Landkreis Oldenburg) ist der Sitz von Firma Heidemark, Europas größter Puten-Verarbeiter, der nach eigenen Angaben 50 Prozent des deutschen Marktes mit Putenfleisch beliefert und darüber hinaus europaweit tätig ist. Das Unternehmen besteht seit 50 Jahren. Am Samstag, 29. Juni, wird das 50-jährige Firmenbestehen in Ahlhorn mit einem „Tag der offenen Tür“ gefeiert (13 bis 18 Uhr, Lether Gewerbestraße in Ahlhorn). Die Besucher sind eingeladen, über eine gläserne Galerie einen Blick in die Produktion zu werfen.

Heidemark verarbeitet nach eigenen Angaben 300 000 Tiere in der Woche, was einer Kapazität etwa 4500 Tonnen entspricht. Damit beliefere Heidemark von einem einzigen Standort aus die Hälfte des Marktes in Deutschland. Diese Effektivität gebe es sonst nirgends, betont Unternehmenssprecher Wolfgang Schröder.

Gegründet wurde das Unternehmen 1969 mit dem Kauf einer bestehenden Schlachterei in Garrel (Kreis Cloppenburg) durch den Landwirt Reinhold Kalvelage. 1975 übernahm er die Mehrheit an der Putenschlachterei, 1980 erfolgte die Umbenennung in Heidemark und wurde auch das Sortiment um weiterverarbeitete Produkte erweitert. Der jetzige Firmensenior Bernd Kalvelage hatte die Firma 1987 von seinem Vater übernommen (Umsatz damals 20 Millionen Euro), 2016 übergab er die Firma an seine Söhne Christopher und Jan Bernd, Enkel des Firmengründers Reinhold Kalvelage. Weitere Stationen der Firmengeschichte: 2002 kam ein Veterinärlabor in Sachsen-Anhalt dazu, 2007 der jetzige Standort Ahlhorn, wo eine Putenschlachterei bestand (und der mittlerweile der einzige Standort ist, alle übrigen Standorte wurden nach Ahlhorn verlagert). Von Ahlhorn aus, wo Heidemark nach eigenen Angaben einen der weltweit leistungsfähigsten Schlachtbetriebe betreibt, beliefert der Putenspezialist nationale und internationale Kunden in ganz Europa mit 240 Produkten von der Pute. Beschäftigt werden 1900 Mitarbeiter, den Jahresumsatz beziffert Heidemark auf 630 Millionen Euro. Aufeinander abgestimmte Verarbeitungsschritte, Flexibilität und Zuverlässigkeit in Qualität und Volumen seien die Basis für vertrauensvolles Wirtschaften, so das Unternehmen.

Das Besondere am „Tag der offenen Tür“: Besucher können über eine gläserne Galerie den Produktionsprozess verfolgen. In Filmen wird die Aufzucht der Tiere dokumentiert, informieren Mitarbeiter über Tierwohl und Aufzuchtbedingungen – und über Heidemark als Arbeitgeber in der Region.