Ammerland - Plastikmüll am Straßenrand ist auch im Ammerland ein großes Problem. Ein Besuch im Schnellrestaurant und nach dem Essen werden die Verpackungen aus dem fahrenden Auto im Straßengraben „entsorgt“. „Wer von uns regt sich nicht darüber auf?“, fragen Ute Aderholz und Nela Voigts von der Arbeitsgruppe „W.I.M. - Weniger. Ist. Machbar.“ und stellen fest: „Wir verurteilen die Ex-und-hopp-Mentalität der anderen, aber wie sieht eigentlich unser eigenes Verhalten in Bezug auf Einweg- und Plastikgeschirr aus?“
Edelstahl oder Bambus zum Ausflug mitnehmen
Bald ist es wieder soweit: Das Ammerland lädt ein zu Ausflügen und Fahrradtouren mit Familie und Freunden. Ein gemeinsames Picknick rundet das Vergnügen ab. In den Körben und Satteltaschen werden Speisen und Getränke verstaut und, weil es so leicht und praktisch ist, wird meistens Einweg- oder Plastikgeschirr genutzt. Mit dem Ergebnis, dass die Mülleimer der Picknickplätze nach dem Wochenende überquellen, stellt die Gruppe „W.I.M.“ fest, deren Mitglieder aus dem gesamten Ammerland kommen und sich mit der Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele (kurz: SDGs) der Vereinten Nationen beschäftigen. Ihre Aktion „Plastiksparen im Ammerland“ wird von der Evangelischen Erwachsenenbildung und von Engagement Global gefördert. In dieser NWZ-Serie möchte die Gruppe Tipps geben zur Vermeidung von Plastik im Alltag und für das Thema sensibilisieren.
Tipp des Tages Ex und hopp ist out: Verbannen Sie Einweggeschirr zu Hause und lehnen Sie es auch beim Imbiss unterwegs ab – wenn möglich. Von Porzellan und Glas isst es sich netter. Für den Transport heißen Essens nach Hause verschließbare Glasbehälter oder Töpfe mitnehmen.
Liebe Leserinnen, liebe Leser: Wie vermeiden Sie Plastik im Alltag, welche Tipps haben Sie? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen per E-Mail an an red.rastede@nwzmedien.de oder per Post an Nordwest-Zeitung, Redaktion Rastede, Oldenburger Straße 242, 26180 Rastede.
Die Arbeitsgruppe „W.I.M. – Weniger. Ist. Machbar.“, deren Mitglieder aus dem ganzen Ammerland kommen, beschäftigt sich mit der Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele (kurz: SDGs) der Vereinten Nationen. Mit der Aktion „Plastiksparen im Ammerland“ sollen gleich mehrere dieser Ziele umgesetzt werden.
Alle Tipps der Arbeitsgruppe „W.I.M. – Weniger. Ist. Machbar.“ lesen Sie schon jetzt im Internet unter
Statt auf Einweg- oder Plastikgeschirr zurückzugreifen kann man auch beim Ausflug Geschirr aus Edelstahl oder Bambus nutzen. Wer es ganz stilecht haben möchte, macht es wie die Briten und benutzt Gläser und Teller aus Keramik oder Porzellan. „Das Essen schmeckt noch leckerer und aus der Rast wird ein kleines Fest im Grünen“, sagt Ute Aderholz.
Verbraucher fragen nach Geschirr
Auch bei einem Besuch im Imbiss wird die Bratwurst normalerweise auf Einweggeschirr serviert. „Es lohnt sich nachzufragen, ob man auch ,richtiges’ Geschirr haben kann. Wir Verbraucher können dadurch auch zum Umdenken anregen, denn ,Ex und hopp’ war gestern“, sagt Nela Voigts.
Nun noch ein Blick in die heimischen Küchenschränke, wo sich die Vorratsgefäße aus Plastik häufen. Sie sind beliebt, weil sie leicht, unzerbrechlich, stapelbar und für die Mikrowelle und den Geschirrspüler geeignet sind. Nachteilig ist, dass sie sich unschön verfärben und den Geruch von geschmacksintensiven Speisen dauerhaft annehmen. Durch fetthaltige Lebensmittel und bei höheren Temperaturen können zudem Schadstoffe aus dem Material herausgelöst werden. „Studien haben diese gesundheitsschädlichen Stoffe im menschlichen Blut und Urin bereits nachgewiesen“, sagt Ute Aderholz.
Mehr Keramik und Porzellan in den Kühlschrank
Die Problematik mit Kunststoffen ist Haushaltswarenproduzenten durchaus bewusst. „Im Handel finden wir daher inzwischen Gefäße aus Keramik, Porzellan und Glas, die die gleichen praktischen Funktionen erfüllen“, ergänzt Nela Voigts. Sie sehen schick aus, sind langlebig und hygienisch einwandfrei - und das Wichtigste zum Schluss: Sie beeinträchtigen nicht unsere Gesundheit.
Lesen Sie hier alle Tipps, wie sich Plastik vermeiden lässt.
