Navigation überspringen
nordwest-zeitung

SCHNEEKATASTROPHE 1978/79 Baumschule muss bis Ende März warten

RENATE DIERKS

Aschhausen - „Das neben dem Schlepper bin ich!“ Erinnerungen an die Schneekatastrophe im Winter 1978/79 wurden jetzt auch bei Aschhauser Familien wach. Aufmerksam geworden durch die Berichte über die nun 30 Jahre zurückliegenden Ereignisse ließen die Aschhauser Gerd zur Brügge und Dieter Helms die Erlebnisse beim Betrachten von Dias und Fotos noch einmal Revue passieren.

Gerade auf den kleineren Dörfern sorgten die nächtlichen Schneefälle und die damit einhergehenden Verwehungen schnell für unpassierbare Straßen. „Ich war damals Betriebsleiter der Baumschule Bruns in Neuenkruge. Wir haben nach den starken Schneefällen mit den anwesenden wenigen Mitarbeitern angefangen, mit Schleppern auf den Straßen in der Nähe der Betriebsflächen Fahrspuren frei zu schieben“, berichtete Dieter Helms.

Neue Schneeverwehungen machen Arbeit zunichte

Auch die örtliche Feuerwehr beteiligte sich an den Räumarbeiten. So wurden unter anderem die Windmühlenstraße und die Heinrichstraße geräumt. An der Heinrichstraße stand das alte Feuerwehrhaus. Dort musste die Zufahrt schnell frei sein, um gegebenenfalls notwendige Einsätze fahren zu können. „Das war ein schwieriges Unternehmen, da immer neue Verwehungen die Arbeit wieder zunichte machten. Wir haben Dünen beseitigt, die bis zu zwei Meter hoch waren. Nach und nach wurde aber jede Straße geräumt“, erinnert sich Gerd zur Brügge, der damals als Feuerwehrmann dabei war. An Unterstützung durch die Gemeinde war nicht zu denken. „Die hatten doch gar nicht die entsprechenden Gerätschaften. Und das Straßenbauamt war mit der Räumung der Kreisstraßen vollkommen ausgelastet. Da war Selbsthilfe angesagt“, so zur Brügge.

In jenem Jahr war gerade mit den Bauarbeiten am neuen Feuerwehrhaus an der Heinrichstraße begonnen worden. Eine von einem Bauunternehmer für die Erdarbeiten zur Verfügung gestellte ältere „Raupe“ leistete bei den Räumarbeiten wertvolle Dienste. „Die Raupe musste zwar vorher noch schnell instand gesetzt werden. Doch dann wurde mit ihr der Schnee von der Straße auf die anliegenden Weiden und Äcker geschoben. Das war eine Arbeit von mehreren Tagen“, ergänzte Helms.

Baumschule nimmt erst Ende März Arbeit auf

Die Ehefrauen erledigten ihre Einkäufe gemeinsam mit Nachbarinnen mit dem Schlitten. „Brot und natürlich Rum waren dabei am wichtigsten, damit nach den Arbeiten ein starker Grog gemacht werden konnte. Hamsterkäufe waren an der Tagesordnung. Bei Schlachter Krüger in Bad Zwischenahn waren schnell die Regale leer“, wusste Ehefrau Doris Helms.

An den darauf folgenden Tagen wurde ein allgemeines Fahrverbot ausgesprochen. Das galt aber nicht für alle: „Ich bin dann mit meiner Ehefrau mit dem Schlepper zum Einkaufen nach Bad Zwischenahn gefahren. Mit dem Planierschild hinter dem Schlepper haben wir gleichzeitig die Straße frei geräumt und so das Fahrverbot umgangen“, schmunzelte Gerd zur Brügge.

Die Schneemassen sorgten noch längere Zeit für Behinderungen. „In dem Jahr konnten wir erst am 22. März die ersten Pflanzen, das waren Picea omorika, mit Erdballen, versandfertig machen. Solange war der Winter im Gange“, so Dieter Helms.

Mehr Artikel zum Jahrhundertwinter im Nordwesten 1978/79 finden Sie unter www.NWZonline.de/schneekatastrophe.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Diese etwa 500 Jahre alte Waldeibe im Klosterpark in Schortens ist jetzt Nationalerbe-Baum.

NATIONALERBE-BAUM Waldeibe in Schortens ist die schönste in ganz Deutschland

Rieke Steinborn
Schortens
Täglicher EM-Podcast
Joshua Kimmich (von links), Niclas Füllkrug, Jamal Musiala und Ilkay Gündogan bejubeln den Treffer zum zwischenzeitlichen 4:0 durch den ehemaligen Bremer Füllkrug.

PODCAST MIT GAST-EXPERTE MARKUS BABBEL Magic Musiala, Füllkrug als König von Europa – und zwei kleine Makel

Lars Blancke Julian Reusch
Oldenburg
Interview
Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP

FINANZMINISTER CHRISTIAN LINDNER „Unser Land braucht einen neuen Agenda-Moment“

Jan Drebes Birgit Marschall
Schulter an Schulter als Gegner im Marschwegstadion: Nico Mai (rechts) geht im Trikot von Holstein Kiel II gegen Marc Schröder vom VfB Oldenburg in den Zweikampf.

SO LAUFEN PERSONALPLANUNGEN Was der vierte Zugang für den Kader des VfB Oldenburg bedeutet

Lars Blancke
Oldenburg
Wills Woche

AFD, BSW UND DIE WAHLEN Warum Ossis Parlamente und Politik aufmischen

Alexander Will