Bad Zwischenahn - Nach der Übernahme von „Spieker“ und „Scholjegerdes Hof“ durch den Gastronom Uwe Meyer gibt es in der neuesten Gastronomie des Vereins für Heimatpflege Bad Zwischenahn einige Veränderungen – nicht alle gehen geräuschlos über die Bühne.
Bauernladen schließt
Eine dieser Veränderungen betrifft den Bauernladen in der alten Scheune vor der eigentlichen Gaststätte. Den hätte Jörg-Uwe Tückmantel, der auch das Geschäft „Jut’s Shop“ am Anemonenweg betreibt, mit seinen fünf Angestellten gerne weiter geführt. 2018 hatte Tückmantel den Laden mit regionalen Produkten eröffnet, jetzt wird er ihn zum 31. Dezember schließen.
Für ihn sei es überraschend und nicht nachvollziehbar gewesen, so Tückmantel, dass ihm im September vom Verein mitgeteilt worden sei, dass Uwe Meyer als neuer Pächter des Hofes künftig auch den Laden übernehmen werde. Er, so Tückmantel, habe damit gerechnet, den Laden auch künftig führen zu können.
Das sieht Klaas Düring, Vorsitzender des Vereins für Heimatpflege anders. Eine entsprechende Zusage des Vereins habe es nicht gegeben. Wohl aber habe Tückmantel das Angebot gehabt, den Laden noch bis Ende 2020 zu führen. Für Tückmantel keine Option. Er hätte erneute Investitionen tätigen müssen, verbunden mit der Gewissheit, Ende 2020 aufhören zu müssen, sagte er. Das vorhandene Sortiment einschließlich eines eigens aufgelegten Winzer-Glühweins will Tückmantel bis Ende Dezember abverkaufen und in dieser Zeit auch seine Mitarbeiterinnen bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung unterstützen.
Die Zukunft
Als „Scholjegerdes Lüttje Laden“ werde das Geschäft im Frühjahr wieder öffnen, kündigte Meyer im Gespräch mit der NWZ an, dann mit einem Konzept, das sich eher als Hofladen darstelle. Auf dem Gelände hinter dem Hof angebautes Obst und Gemüse werde es ebenso geben wie eine Hofsuppe, aber auch frisches Fleisch von einem regionalen Schlachter. Das Brot der Holzofenbäckerei Ripken solle es weiterhin geben. „Wir wollen selber produzieren, was wir können“, so Meyer. Das passe auch zum Wunsch, auf dem Hof wieder bäuerliches Leben zu zeigen, ergänzte Düring.
Änderungen gibt es auch im Hof selbst. Im ehemaligen Schweinestall in dem zuletzt historische Postkarten gezeigt wurden, sind Handwerker eingezogen. Hier entsteht ein zusätzlicher kleiner Gastraum, mit dem Meyer ab Februar ins Abendgeschäft starten will. Die alten Schweinebuchten des Stalls sollen erhalten werden und Tische beherbergen. Viel Nostalgie in Verbindung mit einem modernen Konzept werde den Schweinestall prägen, verspricht Meyer.
Die abgelaufene Postkartenausstellung hatte für die „Küken“ der Tanzgruppen des Heimatvereins einen erfreulichen Effekt. Hildburg Schreyer, die die Sammlung ihres Mannes für die Ausstellung zur Verfügung gestellt hatte, stockte Besucherspenden auf und stellte der Kükengruppe 300 Euro zur Verfügung.
