Bad Zwischenahn - Ein Parkhaus an der Straße Unter den Eichen in Bad Zwischenahn, auf dem Gelände des derzeitigen Parkplatzes gegenüber der Reha-Klinik am Meer ist beschlossene Sache. Der Rat der Gemeinde Bad Zwischenahn stimmte am Dienstagabend bei vier Gegenstimmen und zwei Enthaltungen dafür das als Parkdeck bezeichnete Gebäude zu errichten und dafür den Bebauungsplan zu ändern. Der Entwurf für die Änderung soll als nächster Schritt dem Ausschuss für Planung, Energie und Umwelt vorgelegt werden.
Wichtig für Reha-Klinik
Die Meinungen in den Fraktionen waren vielfältig: FDP und CDU stehen vollständig hinter den von der Gemeindeverwaltung und der Kurbetriebsgesellschaft vorgelegten Plänen. Der Bau sei für die Wettbewerbsfähigkeit der Klinik immens wichtig, so Frank Martin (Fraktionsvorsitzender der CDU). Die Parkplätze würden gebraucht, gleichzeitig werde der Bau – zum Beispiel durch Begrünung so geplant, dass das Parkhaus möglichst wenig störe, auch der Denkmalschutz sei einbezogen worden. Die FDP sah das ähnlich, die Parkflächen in unmittelbarer Nähe der Reha-Klinik würden gebraucht, argumentierte der Fraktionsvorsitzende Norbert Steinhoff.
Nicht ganz einheitlich war das Abstimmungsverhalten der SPD, Henning Dierks und Beate Logemann enthielten sich bei der Abstimmung. Wolfgang Mickelat betonte aber, die weit über die Grenzen Bad Zwischenahns hinaus erfolgreiche Klinik brauche die gute Erreichbarkeit für Patienten und Besucher – andere Lösungen, wie etwa eine Tiefgarage unter dem Gebäude der neuen Onkologie seien einfach nicht praktikabel gewesen. Die optische Gestaltung müsse aber stimmen.
Zug statt Auto?
Gespalten waren die Meinungen bei den Grünen. Der Parkraum sei nötig, auch wenn das grundsätzlich nicht mit dem globalen Ziel vereinbar sei, die Kohlendioxid-Belastung zu senken, sagte Ludger Schlüter. „Wir kommen nicht dran vorbei“, ergänze er. Die Klinik solle aber nach Möglichkeit Anreize für Patienten und besonders für Mitarbeiter bieten, weniger auf das Auto zu setzen. Kritischer war Arne Keil. Er hätte sich eine andere Lösung gewünscht – zum Beispiel eine verstärkte Anreise mit der Bahn und eine Abholung von Patienten am Bahnhof. „Mit einem frisch operierten Knie und zwei Koffern reist man nicht mit der Bahn zur Reha-Klinik“, entgegnete Stefan Pfeiffer.
Edgar Autenrieb (Die Linke) bezweifelte, dass sich das Parkhaus sinnvoll in die Umgebung einfügen werden wird. „Wir versauen uns den gesamten Bereich“, befürchtete er. Grundsätzlich für das Parkhaus stimmten „Die Zwischenahner“, auch wenn Diethard Dehnert einräumte, dass sie mit dem Standort nicht glücklich sind.
Straße wird gesperrt
Ebenfalls beschlossen wurde, die Straße unter den Eichen nach dem Bau des Parkhauses östlich des Busparkplatzes für die Durchfahrt zu sperren. Kurklinik und Parkhaus werden dann nur noch über die Oldenburger Straße zu erreichen sein. Diese Entscheidung lehnten besonders „Die Zwischenahner“ ab. Insgesamt gab es hier acht Gegenstimmen und fünf Enthaltungen. Evert-Gert Wassink (CDU) begründete sein „Nein“ mit der Befürchtung, dass der Bürgerbus bei einer Sperrung die Kurklinik nicht mehr anfahren könne und die Patienten den Bus nicht mehr nutzen könnten.
Weitere Parkflächen
Einstimmig, bei einer Enthaltung wurde die Verwaltung außerdem beauftragt, zusätzlich zu dem Parkhaus unter den Eichen ein weiteres beim ZOB am langen Hof zu prüfen, um die Situation im Ort insgesamt zu entschärfen. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob der Bau grundsätzlich möglich ist, ob zum Beispiel Emissionsgrenzen und Abstände eingehalten werden können und wie sich die Zu- und Abfahrten regeln lassen. Diese Studie, so Andreas Gronde, Leiter des Planungs- und Umweltamtes, sei Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln. Die Verwaltung hofft auf Zuschüsse von bis zu 75 Prozent der Gesamtkosten aus Mitteln des öffentlichen Personennahverkehrs. Vor dem Abschluss der Studie könnten die Förderanträge nicht gestellt werden, so Gronde. Die CDU hatte im Vorfeld der Sitzung beantragt, den Bau eines Parkhauses am ZOB zu beschleunigen.
Einstimmig angenommen wurde der Vorschlag, das Thema „Smart-Parking“, also die Lenkung des Verkehrs zu freien Parkflächen mit digitalen Technologien, im Arbeitskreis Verkehrskonzept zu besprechen. Die SPD hatte angeregt, entsprechende Techniken künftig in Bad Zwischenahn einzusetzen.
