Barßel - Es sind historische Gemäuer, die für viele Barßelerinnen und Barßeler ein Wahrzeichen ihres Ortes bilden. Die Rede ist vom Mühlenensemble, bestehend aus der Ebkensschen Windmühle und dem Müllerhaus. Seit vergangenem Jahr ist die Gemeinde Barßel Eigentümer der Immobilien. Während die Mühle bereits vom Mühlen-Team des Bürger- und Heimatvereins weiterbetrieben wird, suchte die Gemeinde für das Müllerhaus nach Ideen für eine neue Nutzung. Diese wurden am Montagabend in der IGS Barßel vorgestellt.
Gastro-Nutzung
Fernab der Ideen aus der Bevölkerung hat die Gemeindeverwaltung auch das Planungsbüro Brakenhoff aus Westerstede mit der Erstellung eines Konzeptes beauftragt. „Bezüglich des Müllerhauses würden wir eine Zweiteilung vorschlagen. Der vordere Bereich wird für die Gastronomie benutzt und der Saal sollte auch Vereinen zur Verfügung stehen“, sagte Bernhard Brakenhoff bei der Vorstellung.
Dabei machte der Architekt unmissverständlich klar, dass das Gebäude stark sanierungsbedürftig ist. Neben den von ihm so benannten „katastrophalen“ sanitären Anlagen müsse auch die Galerie mit der Wendeltreppe aus dem Saal verschwinden. „Allein vom Brandschutz her dürfte mit dieser Treppe der Saal gar nicht mehr betrieben werden“, sagte der Planer. Wenn die Treppe und Galerie ausgebaut werden, sollen zwischen 100 und 130 Gäste, je nach Bestuhlung, im Saal Platz finden können.
Auch die Wirtschaftswege und die Wege der Gäste sollten sich nicht mehr kreuzen, riet Bakenhoff der Gemeinde. Der Architekt schlug ebenfalls vor, das Obergeschoss als Herberge zu nutzen – zum Beispiel als eine Art Heuhotel. Auch der Pferdestall hinter dem Müllerhaus könnte laut Brakenhoff zu kleinen Ferienwohnungen umgebaut werden. Der große Baum vor der Mühle könnte für eine Art Baumhaus zur Verfügung stehen. „Natürlich haben wir uns über die möglichen Kosten noch keine Gedanken gemacht. Aber es sollen ja auch nur erste Vorschläge sein“, so Brakenhoff weiter.
Diese Vorschläge stießen bei den Gästen auf positive Resonanz. „Der Saal und auch die Übernachtungsmöglichkeiten fehlen in Barßel. Wenn dort der Betrieb wieder aufgenommen wird, profitiert davon der ganz Ort“, sagte Jan Lange, der in Barßel die gleichnamige Kneipe betreibt. „Die gemischte Nutzung halte ich für sehr sinnvoll. Aber ein Verein alleine kann das nicht stemmen“, sagte Otto Elsen. Dem stimmte Bürgermeister Nils Anhuth zu. „Wir brauchen dafür natürlich eine breite ehrenamtliche Basis. Der Austausch ist da ganz wichtig“, sagte der Rathaus-Chef.
Franz Cloer vom Mühlen-Team merkte an, dass ein Gastronom auch immer vor Ort sein müsste. „Am besten wäre es, der Betreiber würde direkt dort wohnen“, sagte Cloer, der zusammen mit seinem Team derzeit versucht, die Mühle so gut es geht zu erhalten. Dafür steht den Ehrenamtlichen auch das Maschinenhaus direkt neben der Mühle zur Verfügung.
Andere Ideen
Falls es mit der Gastronomie nichts werden sollte, favorisiert Pfarrer Ludger Becker es, eine Kindertagesstätte in dem Gebäude einzurichten. „Wir brauchen dringen neue Kita-Plätze“, sagt der katholische Geistliche. Mit „Storchennest“ sei auch schon der passende Namen gefunden.
Ebenfalls kamen Ideen für eine Bildungseinrichtung oder eine Regionalbibliothek auf. „Wir nehmen diese ganzen Vorschläge jetzt mit in den Rat. Der zuständige Ausschuss wird sich schon am 9. März damit befassen“, so Anhuth.
