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Der Nordwesten Auf Der Grünen Woche Von Ostfriesentee bis Insektenburger

Berlin/Lastrup/Norden - Tee aus Ostfriesland, Landschinken aus Vechta, Insektenburger aus Osnabrück, „Wattwürmer“-Salamisnacks aus Edewecht, Obst aus dem Alten Land oder Allersheimer Bier aus Holzminden: Wenn die Internationale Grüne Woche am kommenden Freitag, 17. Januar, auf dem Messegelände am Funkturm in Berlin, ihre Tore öffnet, will Niedersachsen vor allem mit kulinarischer und kultureller Vielfalt punkten und zugleich mit den Messegästen ins Gespräch kommen.

Zur 85. Auflage der weltgrößten Landwirtschafts-, Ernährungs- und Freizeitmesse, die bis Sonntag, 26. Januar, läuft, rechnen die Veranstalter wie in den Vorjahren mit rund 400 000 Besuchern. Unter den rund 1700 Ausstellern aus aller Welt sind nach Veranstalterangaben auch 65 aus Niedersachsen, darunter elf – und damit genau so viele wie im Vorjahr – aus dem Oldenburger Land, Ostfriesland und dem nördlichen Emsland. Da viele Unternehmen aus dem Nordwesten in diesem Jahr allerdings an Messeständen von Verbänden auftreten oder Teil von Ausstellergemeinschaften sind, dürfte die Region in dieser Jahr deutlich stärker in Berlin vertreten sein als in den Vorjahren.

Halle 20 im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt des niedersächsischen Messeauftritts steht die Halle 20, die „Niedersachsenhalle“. In diesem Jahr präsentieren sich dort auf rund 2000 Quadratmetern acht Ausstellergemeinschaften aus den unterschiedlichen Regionen des Landes und zwölf Einzelaussteller. „Die Grüne Woche ist eine einzigartige Gelegenheit, unser Bundesland, und ganz besonders seine vielfältige Land- und Ernährungswirtschaft, auf Augenhöhe und ungefiltert kennenzulernen“, meint Christian Schmidt, Geschäftsführer der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft, die den Messeauftritt in Berlin im Auftrag des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums organisiert hat.

Virtuell durch Kuhstall

Elf Aussteller aus der Region

Ausstellergemeinschaft Ostfriesland (Conerus-Schule BBS Norden/Edeka Kruse, Hage; Halle 20/120)Fleischerei Fischer (Vechta; Halle 1.2/146)Karl Hobbie (Edewecht; Halle 1.2/144)Hoklartherm (Apen; Halle 9/111) Norderneyer Schinken (Norderney; Halle 20/120)Urban GmbH (Hude-Wüsting; Halle 3.2/119)Verband Niedersächsischer Fleischwarenindustrie (Lastrup; Halle 20/117) Verbund Oldenburger Münsterland (Vechta; 20/116) Wachstumsregion Ems-Achse (Papenburg; Halle 27/417) Welshblack Zuchtbetrieb Ammerland Dr. Jan Janssen (Westerstede; 25/112) Zielinsky Universal-Stein (Uplengen; Halle 11.1/173)

So lädt etwa die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen dazu ein, mit einer VR-Brille auf der Nase auf Entdeckungstour durch einen Kuhstall zu gehen. Aber natürlich könnten Besucher nach dem virtuellen Rundgang auch mit echten Milchbauern ins Gespräch kommen und verschiedenste Milchprodukte probieren.

Fleischwaren aus Region

Zum ersten Mal ist der Verband der Niedersächsischen Fleischwarenindustrie als Aussteller in der Niedersachsenhalle vertreten. Zehn Familienbetriebe (darunter Meemken Wurstwaren aus Friesoythe, Rügenwalder Mühle aus Bad Zwischenahn, Steinemann aus Steinfeld und Werner Schulte aus Lastrup) wollen Flagge zeigen und in einer gemeinsamen Fleischerei ein großes Sortiment innovativer und traditioneller Fleisch- und Wurstwaren anbieten. „Wir wollen ganz klar ein Signal setzen, und wir wollen damit auch der Landwirtschaft Danke sagen, denn ohne deren Arbeit könnten wir unsere guten Produkte gar nicht herstellen“, sagt Verbandspräsidentin Sarah Dhem (Lastrup).

Weltkulturerbe Tee

Ebenfalls in der Niedersachsenhalle möchte die Ausstellergemeinschaft Ostfriesland den Besuchern das Weltkulturerbe Tee näherbringen – inklusive Teezeremonie auf der Bühne. Hinter der Ausstellergemeinschaft stehen Auszubildende im 3. Lehrjahr zur Kauffrau/-mann im Einzelhandel, die die Conerus-Schule in Norden besuchen. Unterstützt von den Edeka-Kruse-Märkten und Thiele Tee haben sie den Messeauftritt auf der Grünen Woche im Rahmen einer umfangreichen Projektarbeit auf die Beine gestellt.

Attraktive Dörfer

Am Dorfgemeinschafts-Stand in der Niedersachsenhalle wollen 16 Dorfgemeinschaften aus Niedersachsen (darunter Schwei, Harkebrügge, Altenoythe und Gehlenberg) Initiativen und Ideen vorstellen, wie Dörfer lebendig und attraktiv bleiben. Zu den Regionen, die in Berlin Flagge zeigen, gehört neben dem Weserbergland, dem Heidekreis oder dem Harz auch das Oldenburger Münsterland. Der Verbund Oldenburger Münsterland will gemeinsam mit regionalen Firmen, wie der Erzeugergroßgemeinschaft Langförden-Oldenburg, Popp-Feinkost aus Addrup-Essen und Peter Kenkel aus Holdorf hervorheben, was die Region touristisch, kulinarisch und als Wirtschaftsstandort zu bieten hat.

Bühnenprogramm mit Bratwurst

Was es heißt, aus einer Schweinehälfte eine Grillbratwurst herzustellen, will das Team von „Land.Schafft.Werte“ aus Cloppenburg zeigen. In einem dreimal 30-minütigen Bühnenprogramm am 22. und 23. Januar will Metzgermeister Max in der Halle des Erlebnisbauernhofes zeigen, wie eine Bratwurst hergestellt wird, woraus sie besteht und wo das Fleisch herkommt.

Niedersachsenabend

Traditioneller Höhepunkt auf der Grünen Woche aus niedersächsischer Sicht ist der „Niedersachsenabend“. Mehr als 2000 Gäste aus Agrar- und Ernährungswirtschaft, Politik und Gesellschaft werden am Mittwoch, 22. Januar, ab 21 Uhr in der Halle 20 erwartet.

Branche im Wandel

Am gleichen Tag um 17.30 Uhr lädt die Marketinggesellschaft zur „Zukunftswerkstatt Land- und Ernährungswirtschaft“ ein. Unter dem Titel „Der Agri-Food-Sektor im Transformationsprozess – und wie die Landwirtschaft die Treiber der Zukunft nutzen kann“ diskutieren Experten über den Wandel in der Agrar- und Ernährungswirtschaft, die Treiber langfristiger Veränderungsprozesse sowie erfolgversprechende Ideen und Geschäftsmodelle. Das Impulsreferat hält Christian Janze, Leiter der Niederlassung Hannover der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY und Leiter der deutschen Agribusiness-Initiative.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft
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