Bösel/Landkreis Cloppenburg - Mittwochnachmittag, Blutspendetermin in Bösel: Sabrina Oltmann lässt sich Blut abzapfen. Warum? Diese Frage stellt sich für sie gar nicht: „Blut ist Mangelware.“ Außerdem ist sie Mitglied im DRK-Ortsverein Bösel. „Wenn man ohnehin hier ist, kann man auch gleich spenden.“ Für die 32-Jährige ist es schon die 26. Spende.
Im Landkreis Cloppenburg wird ohnehin zuverlässig Blut gespendet. Im Landesverband Niedersachsen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zählt er zu einem der stärksten Gebiete, sagt Thomas Rempe, Ehrenamtsbeauftragter des DRK-Kreisverbandes. „Wir haben eine hohe Erstspenderquote.“ Durchschnittlich drei Blutspendetermine pro Woche zählt der Landkreis Cloppenburg – daran hat auch Corona nichts geändert.
Nur ein Termin abgesagt
Im Gegenteil: Während im Gesamtgebiet der Blutspendedienste der DRK-Landesverbände Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg und Bremen (Blutspendedienst NSTOB) seit Beginn der Pandemie rund ein Drittel der Termine abgesagt wurden, fanden im Landkreis Cloppenburg alle bis auf einen wie geplant statt. Dass der abgesagt werden musste, lag laut Rempe daran, dass kurzfristige keine größere Ausweichstätte gefunden werden konnte.
Die nächsten Blutspendetermine im Landkreis Cloppenburg sind wie folgt: Donnerstag, 4. Juni, 16 bis 20 Uhr, in Altenoythe, Heinrich-von-Oytha-Schule, Schulstraße 9; Dienstag, 9. Juni, 14 bis 20 Uhr, in Molbergen, DRK-Bereitschaftshaus, Hinter dem Dweracker 10; Dienstag, 9. Juni, 16 bis 20 Uhr, in Neuvrees, Feuerwehrhaus, An der Feuerwehr 1; Donnerstag, 11. Juni, 16 bis 20 Uhr, in Lastrup, Oberschule, St.-Elisabeth-Straße 3-5; Freitag, 12. Juni, 16 bis 20 Uhr, in Barßel, Marienschule, Friesoyther Straße 16.
Am Weltblutspendetag, Sonntag, 14. Juni, gibt es einen Blutspendetermin in Garrel. Von 10 bis 15 Uhr kann an der Oberschule Garrel, Schulstraße 6, Blut gespendet werden. Blutspenderinnen und -spender erhalten an dem Tag ein besonderes Geschenk.
Die DRK-Ortsgruppen halten Blutspenden häufig in ihren eigenen Räumen ab. Seit Beginn der Corona-Pandemie müssen aber auch bei der Blutspende größere Abstände gewahrt werden. Die räumlichen Kapazitäten der DRK-Ortgruppen sind schnell ausgeschöpft, zum Beispiel in Markhausen. „Aber ein Anruf bei der Stadt Friesoythe genügte und der Blutspendetermin wurde in die Grundschule dort verlegt“, sagt Rempe.
Fast 40 Blutspendetermine gab es im Landkreis Cloppenburg seit März. „Die waren teilweise sogar mit Zuwachs besucht“, sagt Mario Schloinz (Öffentlichkeitsarbeit und Marketing beim DRK Cloppenburg). Die Spendenbereitschaft ist seit Beginn der Pandemie also gestiegen. „Man hätte eher erwartet, dass weniger kommen. Die Menschen sind aber zusammengerückt und haben sich gesagt: Ein gemeinsames Problem stehen wir gemeinsam durch. In der Krise sind die Menschen sehr hilfsbereit, wie man sieht.“
Zu Beginn der Pandemie hatten Kliniken nicht dringende Behandlungen aufgeschoben, um Kapazitäten für Corona-Patienten frei zu halten. Der Bedarf an Blutkonserven ging daher bis Mitte April um rund ein Drittel zurück. „Jetzt arbeiten die Kliniken wieder normal und die Bestände werden knapp“, sagt Rempe. Im Kreis Cloppenburg gab es zwar vergleichsweise wenige Einbußen an Blutkonserven, dennoch bietet der DRK-Kreisverband für Juni und Juli zusätzliche Termine an. Blut wird schließlich immer gebraucht.
Ablauf bleibt gleich
Der Ablauf bei der Blutspende ist seit der Pandemie nahezu gleich geblieben, bis auf wenige Ausnahmen: Mund-Nasen-Schutz und Abstandhalten ist Pflicht. Potenzielle Spender, bei denen der Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht, werden am Eingang abgewiesen. Laut Thomas Rempe nimmt der Großteil der Spenderinnen und Spender das Prozedere aber gelassen hin.
Was allerdings fehlt: „Das leckere Gefühl“, sagt Sabrina Oltmann. Sprich: das gesellige Miteinander bei Essen und Trinken nach der Spende. Coronabedingt müssen Spenderinnen und Spender vorerst mit einem Lunchpaket zum Mitnehmen Vorlieb nehmen – Sicherheit geht vor.
