Brake/Oldenburg - Arienne Kranenburg und Ferdinand Frerichs haben Binnenschifffahrt im Blut. „Über Generationen hinweg haben unsere Familien Binnenschiffe besessen“, sagt die 48-jährige Niederländerin und schmunzelt. „Wir haben uns 1993 kennengelernt, als wir zusammen das Rheinpatent gemacht haben.“ Der Lehrgang habe damals in Hamburg stattgefunden, die Prüfung in Antwerpen.

Ein Paar seien sie nicht geworden. „Arienne wollte mich damals noch nicht“, bemerkt Frerichs selbstironisch. Erst 2006 habe es auf beiden Seiten geknistert. Zwei Jahre später folgte eine „Piraten-Hochzeit“. Auf dem Ijsselmeer auf dem Piratenschiff „Lelystad“ wurden die beiden vor 77 Gästen getraut. „Das war perfekt, genauso wollten wir es“, erinnert sich das Schifferpaar.

Arienne Kranenburg wurde 1971 in Vreeswijk bei Utrecht geboren. Ein Städtchen, das in Binnenschifferkreisen fast jeder kennt. „Dort gab es ein Internat extra für Schiffskinder“, erzählt die 48-Jährige. An Bord sei sie vom 6. bis 16. Lebensjahr nur in den Ferien und an jedem dritten Wochenende gewesen. Daher habe sie eine normale Kindheit genossen. „Ich habe mich jedes Mal darauf gefreut, meine Freundinnen wieder zu treffen.“ Nach der Schule studierte Arienne Kranenburg Tourismus und Schifffahrt. Parallel hatte sie mit 20 Jahren ihr Patent in der Tasche. „Bis zur Hochzeit habe ich lange im Reisebüro gearbeitet.“

Ferdinand Frerichs wurde 1965 in Barßel geboren. Nach der Schule trieb es ihn schon mit 16 Jahren auf das Schiff seines Vaters – die „Oldenburg“. Nach einer Ausbildung zum Bootsmann machte er 1985 sein erstes Patent. Bis heute ist Binnenschiffer sein Traumberuf. Es habe sich zwar viel verändert in den fast 40 Jahren, besonders hinsichtlich der Dokumentation, „dennoch freue ich mich immer, wenn ich an Bord gehe“, sagt Frerichs und strahlt seine Frau dabei an.