Brake - Auch im hohen Alter kann man noch neue und überraschende Freundschaften schließen. Das beweisen Rosemarie Pannemann (81) und Marianne Meier (72). Als Nordlicht und waschechte Bayerin begegnet man sich im Leben nicht unbedingt – es sei denn, es verschlägt einen in die gleiche Wohngemeinschaft.
Beide Seniorinnen wohnen an der Stedinger Straße in einer Wohnung mit zwölf Zimmern und einer großen Küche mit Esszimmer. Marianne Meier ist aus Bayern nach Brake gezogen, um näher bei ihrer Tochter zu sein, die hier lebt. „Hier hat es mir gleich gefallen“, sagt sie. In ein Pflegeheim wollte sie nicht.
Selbstbestimmt leben
Auch Rosemarie Pannemann ist froh über ihr selbstbestimmtes Leben in der WG. „Ich hatte mir vorher auch andere Möglichkeiten angesehen.“ Nach drei Wochen Probewohnen war für die 81-Jährige klar: „Hier mag ich gerne sein.“
Die Wohnung, in der die beiden Frauen mit sieben anderen Damen und zwei Herren leben, wird von einem privaten Vermieter angeboten. Jeder mietet sein Einzelzimmer mit Terrasse. Versorgt wird die Senioren-Wohngemeinschaft von einem Pflegedienst. Die Mitarbeiterinnen übernehmen das Kochen und die Hausarbeit. Es sei denn, die Bewohner wollen gern helfen. Tisch decken, die Wäsche legen oder mal Kartoffeln schälen, die Seniorinnen packen eigentlich gerne mit an. „Aber nicht umsonst. Das ist ja Arbeit, da gibt es manchmal hinterher ein Likörchen“, schmunzelt Magda Büsing aus Elsfleth. Sie ist die älteste Mitbewohnerin, möchte diese Zahl aber nicht in der Zeitung lesen.
In ihrer großen Wohnung fühlen sich die Damen sehr wohl, gerade auch, weil jeder seinen eigenen Bereich hat. Sie genießen die schön angelegten Beete, außerdem sei der Rasen immer schön gemäht, heißt es lobend.
Am liebsten draußen
Für die Nacht ist die Wohnung mit einem Hausnotrufsystem ausgestattet. „Es ist also immer jemand ansprechbar“, sagt Rosemarie Pannemann. Und bei schönem Wetter sitzen die WG-Bewohner gern draußen, neulich wurde mit den Angehörigen gemeinsam Fisch gegrillt. Und Sonntags freuen sich alle über Ei, Brötchen und eine Vorlesestunde. Dann ist Zeit für nette Gespräche, auf Bayerisch und Platt.
Informationen über die Wohngemeinschaft am Wasserturm gibt es unter
