Bürgerfelde - Allein der Einstieg zum Stück „Halbpension mit Leiche“ war ein Erfolg. Sechs Mörderinnen und Mörder mussten im Sinne von „Ich stehe zu meinen Untaten“ in ihrer psychologischen Selbsthilfegruppe erzählen, wann und warum sie zum letzten Mal gemordet haben. Wer druckste wurde ermahnt, die Dinge bitte beim Namen zu nennen. Auch das Publikum beim Bühnenabend des Bürgerfelder Turnerbundes bekam die Möglichkeit, dies zu tun. Schließlich wurden die rund 400 Gäste in die Selbsthilfegruppe mit einbezogen.
Ansonsten bekamen alle Selbsthilfegruppenmitglieder von ihrer Chefin Pretty Wummen (Anke Reker) eine klare Verhaltensanweisung gegenüber den Hotelgästen: Bei Problemen atmen und lächeln. Aber es geht ja in dem Stück auch um Mord und Hotelbegutachtung. Dabei erfährt das Publikum sehr viel über Vernichtung von Maulwürfen und die Chakramassage. Aber eigentlich soll ja Hajo Zeisig (Hans-Günter Wasner), Ehemann von Frau Dr. Silke Hufenreuther (Sabine Carstens), dem Leben entsagen, weil seine Frau ihn nicht mehr mag. Aber sie muss in einem Telefongespräch zugeben: Hajo geht es verdammt gut.
Es geht alles durcheinander. Der Gutachter vom Hotelverband, Armin Aufderhöhe (Hans-Jürgen Schröder), möchte die Maße des Speiseraums haben. Jemand behauptet, der Speiseraum sei 60 Gurken lang und 20 Gurken breit. Ein anderer, der Raum sei halb so groß wie das Saarland. Alles keine brauchbaren Hinweise. Ständig wirbelt Inga Kamp-Bornhofen (Gila Schmidt) mit Putz- und Desinfektionsmittel rum. „Man muss in einem Hotel nicht am offenen Herzen operieren können“, wird sie von der Chefin ermahnt. Auch der Gutachter hatte schon festgestellt, dass der Käsekuchen nach Sagrotan schmeckt. Nein, ihre fünf Sterne bekommt Frau Wummen erst einmal nicht.
