Cloppenburg - Scharfe Kritik hat Norbert Dall, Geschäftsführer der NEF-Gruppe (Cloppenburg), am Donnerstag an der Debatte um die Zukunftsfähigkeit des Diesels geübt. „Wir bekommen mit, wie wir seit zwei Jahren den Dieselmotor zerschlagen“, sagte er beim Besuch des niedersächsischen Wirtschaftsministers Bernd Althusmann (CDU) in der NEF-Hauptverwaltung am Industriezubringer in Emstekerfeld. Dass die Politik jetzt bei der Bekämpfung von Feinstaub und CO²-Emissionen fast ausschließlich auf die Elektromobilität setze, sei der falsche Weg, so Dall weiter. Vielmehr müsse sich die Politik auch an den Forschungskosten bezüglich des Einsatzes von Biokraftstoffen in modernen Motoren beteiligen. Zudem brauche es eine offene Motorsteuerung, damit diese an die Anforderungen von Biokraftstoffen angepasst werden könne, forderte Dall.
Vor allem ländliche Gebiete könnten nicht ausschließlich mit Elektromobilität abgedeckt werden, sagte Dall unter anderem im Beisein der hiesigen Bundestagsabgeordneten Silvia Breher (Löningen), der beiden Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley (Garrel) und Christoph Eilers (Cappeln) sowie von Landrat Johann Wimberg und Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (alle CDU).
Mit insgesamt 90 Mitarbeitern und acht Gesellschaftern, die fast alle aus Cloppenburg und umzu kommen, machte die NEF-Gruppe in den Geschäftsbereichen Biokraftstoffe, Fluidmanagement sowie Bio Feed&Food im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro.
Zum Unternehmen gehört unter anderem die KFS Biodiesel GmbH&Co KG, die an drei Standorten Produktionskapazitäten von rund 240 000 Tonnen Biodiesel sowie 22 000 Tonnen Glycerin pro Jahr hat. Cloppenburg-Emstekerfeld hat mit 50 000 Tonnen den kleinsten Anteil, während in Kassel (90 000) bzw. Köln (100 000) fast bzw. genau doppelt so große Einheiten produziert werden. „Mit dem Einsatz von KFS-Biodiesel sind im vergangenen Jahr nachweislich 415 000 Tonnen CO² eingespart worden“, berichtete NEF-Geschäftsführer Dall stolz. Denn Biokraftstoffe verursachen nur etwa halb so hohe Treibhausgasemissionen wie fossile Kraftstoffe. Die gesamte NEF-Gruppe habe ein CO²-Einsparungsziel von jährlich einer Million Tonnen.
Am Standort Cloppenburg wird das veredelte Altspeisefett als Grundstoff für die Biodiesel-Produktion ausschließlich von Lkw angeliefert. Die Produktionsanlagen werden mit Hilfe von sechs Bildschirmen in einer Art Kommandostand rund um die Uhr überwacht. In den heutigen Dieselkraftstoff werden sieben Prozent Biodiesel beigemischt, damit die Anbieter von Kraftstoffen eine Treibhausgasminderungsquote in Höhe von 3,5 Prozent erfüllen. KFS Biodiesel liefert sein Produkt u.a. an Total, Shell und BP. Bis zum Jahr 2020 steigt diese Treibhausgasminderungsquote weiter auf sechs Prozent.
