Cloppenburg - Laborkittel an, Schutzbrille auf und los: Die Schüler des Beruflichen Gymnasiums Agrarwirtschaft der BBS am Museumsdorf haben am Institut für Chemie der Universität Oldenburg mithilfe eines Photometers sowie eines ionenselektiven Sensors die Nitratgehalte verschiedener Gewässer- und Bodenproben untersucht.
Dr. Jeannette Boguhn von der BBS am Museumsdorf ordnete das Projekt in die aktuelle Diskussion der Nitratbelastung von Gewässern so ein: „Die Ursachen erhöhter Nitratkonzentrationen im Boden und im Grundwasser werden häufig ausschließlich in der Düngepraxis der Landwirte gesucht. Die aktuelle Situation, Langzeitwirkungen und Reduktionsmöglichkeiten hingegen werden kaum beachtet und sind häufig unbekannt.“
Gemeinsam mit ihrem Kollegen Robin Schnell hatte sie die rund 40 Schüler an zwei Terminen nach Oldenburg begleitet. Dort hatten sie die Gelegenheit, Chemie von ihrer experimentellen Seite kennenzulernen. Im Mittelpunkt standen dabei chemisch-analytische Methoden zur Bestimmung und Reduzierung von Nitrat und Ammonium in Wasser, Boden und Lebensmitteln. Gegenstand waren auch die Folgen einer erhöhten Nitrataufnahme für den Menschen.
Die Schüler brachten eigene Bodenproben mit, die im Fachpraxis-Unterricht schon intensiver hinsichtlich der Wasserdurchlässigkeit, Verdichtung und Struktur untersucht wurden. Dabei waren sie besonders erstaunt darüber, wie stark die Nitratgehalte bei verschiedenen Böden variieren können. Liegt der Grenzwert für Trinkwasser bei 50 mg/L, seien Gehalte von 20 bis 300 mg/L im Boden nichts Ungewöhnliches und auch nicht besorgniserregend, so die Schule in einer Pressemitteilung. Den theoretischen Hintergrund des Stickstoffkreislaufs in der Natur lernten die Schüler bereits im Unterricht. Die Auswertung der Laborexperimente und die Diskussion der Schlussfolgerungen erfolgten als Nachbereitung ebenfalls in der Schule.
Angeboten und durchgeführt wurde der Laborausflug vom Institut für Chemie der Universität Oldenburg. Mientje Lüsse arbeitet dort in einem gemeinsamen Citizen-Science-Projekt mit der Universität Osnabrück zum Thema „Schüler und Bürger forschen zusammen mit Wissenschaftlern zum Thema Stickstoffbelastung von Gewässern“, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt finanziert wird. Das Gemeinschaftsprojekt läuft noch bis Ende Januar 2021.
