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Cloppenburger Blicken Zurück In Kultkneipe „Briefkasten“ stecken viele Erinnerungen

Cloppenburg - Eine musikalische Heimat hatten Dieter Rohde und seine Band „The Moody Section“ viele Jahre lang im Cloppenburger Briefkasten. „Dort zu spielen, hat viel Spaß gemacht. Die Bühne war nur mit einer Holzbalustrade abgegrenzt, wir standen vielleicht dreieinhalb Meter entfernt vom Publikum. Da sprang der Funke auf das Publikum sofort über“, erinnert sich der Cloppenburger.

Wie berichtet, ist aus dem Briefkasten nun der Eventclub „Déjàvu“ geworden, und die NWZ hatte nach Anekdoten und Geschichten aus der Vergangenheit der Kultkneipe gefragt. Dieter Rohde hat sich auf diesen Aufruf gemeldet – und sein Fotoalbum mit Erinnerungen für uns geöffnet.

„The Moody Section“ hatte es schon in den 1960er Jahre gegeben, allerdings löste sich die Band irgendwann auf, erinnert sich der 74-Jährige. 1992 hatte dann der damalige Schlagzeugspieler Werner Stadtsholte die Idee, mit der Band wieder Musik zu machen. „Wir haben eine neue Generation dazugenommen – unter anderem meinen Sohn Dirk Rohde und seine damalige Freundin, und wiederum eine ihrer Freundinnen“, sagt der Cloppenburger.

Konzert als Miete

Ein Raum im Briefkasten wurde zum Proberaum – und als Miete „musste“ die Band einmal im Jahr ein Konzert dort spielen. „Es war immer gerammelt voll. Selbst wenn jemand zu viel getrunken hatte, konnte er nicht umfallen“, erinnert sich Rohde. Die Band, die Songs aus den 1960er und 1970er Jahren coverte, spielte aber nicht nur für die Miete im Briefkasten, sondern rockte regelmäßig in der Kultkneipe. Auch beim Cityfest oder in der Stadthalle bei den so genannten Oldie Nights heizten sie mit Musik der Stones oder Joe Cocker ein.

Der Briefkasten

Felix Viegener hatte 1962 den Briefkasten übernommen, den er bis 1980 führte. Die Kneipe war morgens ein Ort für Schüler, abends trafen sich hier Menschen jenseits des Mainstreams, Freigeister, Lehrer und Ehemalige. Eine lange Zeit (1989 bis 2015) führte auch Peter Blase (früher Pogo, Bebop und Dorfkrug Varrelbusch) das Lokal.

Haben Sie Erinnerungen an den „Briefkasten“ oder sogar Fotos? Dann schreiben Sie uns: red.cloppenburg@nwzmedien.de

Die eigentliche Heimat bleib aber immer der Briefkasten. Und deswegen war klar, dass das Abschiedskonzert der Band im April 2000 nur im Briefkasten stattfinden konnte. „Irgendwann geht jede Ära einmal zu Ende“ lautete die Überschrift über dem NWZ-Artikel des Abschlusskonzerts. Und das gilt jetzt auch für den Briefkasten. „Ich finde es schade, dass es die Kultstätte Briefkasten nicht mehr gibt“, sagt Rohde.

Noch zu Zeiten von Kultwirt Felix Viegener, der den Briefkasten als „Erfinder“ jahrelang geprägt hatte, war Rohde, der bei der Post arbeitete, mit seinen Kollegen häufig dann „drüben“, wenn es beispielsweise einen Geburtstag zu feiern gab. Und nicht nur „The Moody Section“ rockte auf der Briefkasten-Bühne. In Rohdes Fotoalbum finden sich unzählige Konzertankündigungen – auch von Bands aus den USA. Seit dem Pächterwechsel von Peter Blase zu Daniel Knorr 2015 war der Cloppenburger allerdings nicht mehr im Briefkasten. Er hat eher im Kulturbahnhof, der von Blase geführt wird, eine für ihn passende Kneipe gefunden.

Abschied gefeiert

Auch Paul Fette aus Löningen hat sich auf unseren Aufruf gemeldet: „Also, ich werde mich immer an den Briefkasten erinnern. Als ich 1966 das CAG und Cloppenburg wegen meines Umzug nach Stuttgart verlassen musste, fand im Briefkasten nach der Zeugnisausgabe mein großer Abschied statt – wobei der Briefkasten ja häufig Treffpunkt nach der Schule war.“

Über viele Jahrzehnte hinweg sei der Briefkasten Anlaufstelle bei Urlauben in Cloppenburg gewesen – bis Fette 2014 wieder in die Region zurück zog. Und auch der Löninger trat im Briefkasten auf. Er war 1965 Gründungsmitglied und Sänger der Band „Poor Boys“ – der, laut Fette, ersten Beatband Cloppenburgs.

Die Band sei auch auch 2014 – 50 Jahre später – noch Thema im Briefkasten gewesen. Deswegen nutzte Paul Fette die Gelegenheit und den Kontakt zu Peter Blase, um als Sänger in einer von dessen Bands mitzuwirken. „Auch mit Auftritten im Briefkasten. Das ist allerdings nun Geschichte – bleibt aber zusammen mit dem Briefkasten ewig in meiner Erinnerung.“

Mareike Fangmann
Mareike Fangmann Redaktion Münsterland
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