Cloppenburg - Verwendet die Stadtverwaltung Tropenholz aus Gabun für die Steganlage am Ambührener See, obwohl der Rat der Stadt Cloppenburg schon vor 20 Jahren beschlossen hatte, nachhaltiger zu wirtschaften und auf Tropenholz zu verzichten? Diesen Vorwurf hatte der ehemalige Grünen-Ratsherr Fritz Thole am Montag erhoben.
Die Stadt hat nun ihrerseits auf NWZ-Nachfrage auf die Vorwürfe reagiert. Der Rat der Stadt Cloppenburg habe 1989 nicht – wie von Thole behauptet – beschlossen, auf Tropenholz zu verzichten. Vielmehr sei beschlossen worden, der Bitte des Deutschen Städtetages nachzukommen, auf die Einführung ökologisch vertretbarer Prinzipien der Forst- und Landwirtschaft in tropischen Ländern zu drängen.
„Diesen Beschluss beachtet die Stadt Cloppenburg in ihrem Bestreben, für Bauwerke Materialien auszuwählen, die aus nachweislich nachhaltigen Produktionslinien stammen“, heißt es aus dem Rathaus. So würden für die tragende Konstruktion am Ambührener See ausschließlich FSC-zertifizierte Hölzer verwendet. Außerdem unterliege das Holz der Europäischen Holzhandelsverordnung (EUTR), die den Import von illegal geschlagenem Holz verbiete. „Es kann somit versichert werden, dass die verwendeten Hölzer aus legalen Holzabbaugebieten stammen“, sagt die Stadtverwaltung.
Darüber hinaus ist es möglich, dass das Holz aus Gabun stammt – denn als Baustoff für die Steganlage wurde laut Angaben der Stadt Bongossi ausgewählt. Dieses Holz ist in Afrika heimisch und kommt beispielsweise auch aus dem Kongo, Ghana oder Liberia. Alternative Holzbaustoffe, wie zum Beispiel die von Fritz Thole geforderte Akazie, erfüllten nicht die gestellten Bauwerksanforderungen, zumal beim Einkauf dieser Hölzer nicht automatisch gewährleistet sei, dass diese aus Deutschland stammten.
Bongossi-Holz gilt als extrem hart und sehr widerstandsfähig. Es ist kaum biegbar, hat dafür aber eine hohe Tragfähigkeit und eine sehr hohe Belastbarkeit. Darüber hinaus ist es sehr dauerhaft und witterungsfest sowie vollständig resistent gegen Pilz- und Insektenbefall. Akazienholz hingegen sei zwar hart, aber zu biegsam. Gerade im Wasserbereich stoße darüber hinaus auch die Eiche sehr schnell an ihre Grenzen. „Nach circa zehn Jahren können Konstruktionsbauteile schon wieder erneuerungsbedürftig werden“, so die Stadt.
Auch Straßenbauämter und Wasserschifffahrtsämter verwenden daher laut Aussagen der Stadtverwaltung im Regelfall für Wasserwechselbereiche immer noch Bongossi wegen seiner Beständigkeit. Eine verlässliche heimische Materialalternative sei nicht in Sicht.
