Cloppenburg/Wildeshausen - Am Freitag, 30. August 2019, 19.30 Uhr, empfängt der BV Cloppenburg in der Fußball-Landesliga den VfL Wildeshausen. Es ist ein besonderes Duell, denn seit über 45 Jahren hat es zwischen beiden ersten Herrenmannschaften keine Ligaspiele mehr gegeben. Und dies, obwohl der BVC nun schon über einhundert Jahre alt ist, und in Wildeshausen auch schon seit über einhundert Jahren Fußball gespielt wird. Doch nach dem Ende des zweiten Weltkrieges spielten der BVC und der VfL nur drei Jahre lang gemeinsam in einer Spielklasse.
Saison 1971/72
Es war in den 70er-Jahren, in der Bezirksliga II. Aufeinandertreffen Nummer eins war am 21. November 1971 in Wildeshausen. Rund 300 Zuschauer sahen ein Duell auf Augenhöhe, in dem die Abwehrreihen beider Teams um ihre starken Torhüter Kleinwechter (VfL) und Malcherek (BVC) zu überzeugen wussten. Doch in der 75. Minute hatte der Ball im BVC-Gehäuse eingeschlagen. Weinig hatte per Foulelfmeter zum 1:0-Endstand getroffen. Mit dem Sieg übernahm Wildeshausen zugleich die Tabellenführung, während die Gäste Siebter blieben.
Beim Wiedersehen in der Rückrunde war es wieder eine enge Kiste. Diesmal erwischten die Cloppenburger den besseren Start. Boning hatte aus 18 Metern zur Führung getroffen (10.).
Nur neun Minuten später erfolgte die Antwort der Gäste. S. von Taube hatte zum 1:1 eingeköpft. In der Folgezeit waren die BVCer am Drücker. So erarbeiteten sie sich über ein Dutzend Ecken. Doch beste Chancen blieben ungenutzt, weil Wildeshausens Torhüter Kleinwechter einen Sahnetag erwischte.
Saison 1972/73
Am 12. November 1972 sahen die Zuschauer anfangs eine gastgebende VfL-Elf, die drauf und dran war, in Führung zu gehen. Aber der Treffer wollte nicht gelingen. Nach dem Seitenwechsel machten die Gäste dank der Tore von Siemer, Middendorf und Kuper innerhalb von vier Minuten den Deckel drauf. Im Rückspiel erlebten die Cloppenburger allerdings eine Bauchlandung, weil sie beste Möglichkeiten ausließen. Der VfL agierte dagegen eiskalt. Zwar wurde in der 51. Minute ein Elfmeter verschossen, aber Kreyenborg staubte erfolgreich ab. In der 60. Minute schlug Wildeshausen ein zweites Mal zu. Diesmal war es A. von Taube, der den Ball per Flachschuss ins Cloppenburger Tor beförderte. Beim 2:0 für Wildeshausen sollte es auch bleiben.
Saison 1973/74
Nichts für schwache Nerven war auch das Ligaspiel des BVC gegen den VfL Wildeshausen am 28. Oktober 1973. Es ging hoch her vor über 600 Zuschauern im Stadion an der Friesoyther Straße. Nach einer torlosen ersten Hälfte brachte Siemer die Hausherren in Führung (50.). Doch dabei sollte es nicht bleiben. In der Schlussviertelstunde glich der VfL durch Reimers aus. Es blieb spannend, und der BVC hatte das bessere Ende für sich, weil Siemer in der 86. Minute das Siegtor markierte.
Das Aufeinandertreffen in der Rückserie am 3. März 1974 entpuppte sich als eine klare Angelegenheit für den BV Cloppenburg. 700 Zuschauer sahen einen 10:1-Kantersieg der Gäste. Wildeshausens Torhüter Dörner traf an den Gegentoren keine Schuld. Erfolgreichster Schütze im Dress des BVC war an jenem Tag Kuper, der sechs Tore erzielte. In jener Saison feierten die Cloppenburger häufiger hohe Siege. Am Ende der Saison stiegen sie mit einem Torverhältnis von 122:37 in die Verbandsliga auf.
Jupp Derwall trifft für BV Cloppenburg
Bereits in der unmittelbaren Nachkriegszeit, im Jahr 1946, absolvierte der BVC ein Freundschaftsspiel gegen den VfL Wildeshausen (3:1). Hart waren die Zeiten, aber zu jenen Spielen strömten Tausende von Zuschauern. Schließlich verschaffte „König Fußball“ den Menschen ein wenig Ablenkung vom Alltag. Seinerzeit spielte bei Cloppenburg ein junger Spieler namens Josef „Jupp“ Derwall mit.
Er schnürte gegen den VfL einen Doppelpack und sollte nach seiner kurzen Zeit beim BVC eine große Karriere im Fußball hinlegen. Derwall stieg zum Nationalspieler auf, später trainierte der gebürtige Rheinländer sogar die deutsche Nationalmannschaft. Mit der Nationalelf gewann er 1980 die Europameisterschaft.
