Cloppenburg - Wohnung dringend gesucht – unter diesem Slogan hat das Projekt „Soziale Meile“ Anfang des Jahres eine Fotoausstellung im Rathaus initiiert. Dort wurde Personen ein Gesicht gegeben – Familien, jungen Menschen, Personen mit Behinderung –, die bisher in Cloppenburg keine passende Wohnung finden konnten.
Erfolg nach Ausstellung
Vor einigen Wochen hatten wir schon über Karl Ripke berichtet, der auch nach der Ausstellung keine bezahlbare Wohnung gefunden hatte, die zudem noch behindertengerecht ist. Erfolg hatte hingegen die Familie Albro/Al Ali. Aziza Al Ali (36) und Salam Albro (31) leben mit ihren drei Kindern Sidra (8), Sadir (6) und Saras (5) seit drei Jahren in Deutschland. Die Jesiden stammen eigentlich aus dem Irak und sind vor dem Terror des Islamischen Staats (IS) geflohen und schlussendlich in Cloppenburg heimisch geworden.
Zunächst wohnte die Familie am Kirchplatz in Cloppenburg, wollte und musste aber wegen einiger Mängel aus der Wohnung ausziehen. Und konnten dies glücklicherweise auch dank der Hilfe der Familie Heike und Peter Sandker. So hat die fünfköpfige Familie nun vier Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, ein Bad, ein Gäste-WC, eine Küche und sogar einen Balkon zur Verfügung.
An der Wohnungstür lädt ein Blumenkübel mit der Aufschrift „Herzlich Willkommen“ in das neue Heim der Familie ein. Im Wohnzimmer macht eine gemütliche Couch das Zimmer wohnlich, die Küche ist schon eingerichtet, in einigen Zimmer werden aber momentan noch Möbel aufgebaut. Erst Anfang Juni ist die Familie umgezogen. Das Inventar der Wohnung haben sie teilweise gekauft und teilweise geschenkt bekommen, erzählt die dreifache Mutter, die schon sehr gut Deutsch spricht. „Die Wohnung gefällt uns gut, wir sind sehr glücklich. Ich liebe Deutschland“, sagt die 36-Jährige.
Wünsche für die Zukunft
Sie besucht vormittags einen Sprachkursus, ihr Mann ist wegen der Kinder nachmittags beim Kursus.
Sidra und Sadir drücken in Cloppenburg die Schulbank, der fünfjährige Saras geht in den Kindergarten.
Die dreifache Mutter möchte hier als Friseurin oder Schneiderin arbeiten, wenn sie den Sprach-Kursus absolviert hat. Und ihr Mann hatte früher im Irak einen Laden, um Fahrräder und Autos zu reparieren. Und er betrieb schonmal mit seinem Vater ein Geschäft mit Bier und Whisky. Dank den neuen vier Wände und der Unterstützung der Familie Sandker ist die Grundlage dafür gelegt, dass Aziza und Salam mit ihren drei Kindern hier in Cloppenburg dauerhaft Wurzeln schlagen können.
Momentan gibt es noch sieben Wohnheime für Flüchtlinge, die von der Stadt Cloppenburg betrieben werden. Insgesamt sind in den Wohnheimen 113 Personen untergebracht, davon 71 Personen mit einem Anspruch auf die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, heißt es von der Pressestelle der Stadt.
