Conneforde - Die geplante Höchstspannungsleitung mit 380 kv soll die bereits bestehende Leitung mit 220 kv ersetzen. „Die Kapazitäten der alten Leitung reichen nicht mehr aus“, sagt Janina Schultze, Ansprechpartnerin für Bürgerbeteiligung bei Tennet. Grund: Die vermehrte Einspeisung von Windenergie. Deshalb müsse das Unternehmen im Auftrag der Bundesnetzagentur eine neue Stromtrasse vom Umspannwerk in Conneforde bis Cloppenburg bauen. Bevor die ersten Masten gesetzt werden können, sind ein umfangreiches planerisches Verfahren und eben Bodenuntersuchungen erforderlich.
Bohrungen starten
Und die starten im nördlichen Abschnitt, in Conneforde. Mit den Untersuchungen will das Unternehmen Kenntnis über das Bodenprofil gewinnen, um hinterher die Strommasten optimal setzen zu können. Dazu muss gebohrt werden. Die Bohrungen beginnen im Norden Wiefelstedes am heutigen Donnerstag, so Schultze. „Vorgesehen sind zunächst Druck- oder Rammsondierungen, zur Ermittlung der Lagerungsdichte. Zur Entnahme von Bodenproben werden Trockenkernbohrungen bis zu 35 Meter Tiefe durchgeführt“, erklärt Janina Schultze das Verfahren. Bevor der Bohrer zum Einsatz kommt, wird der Boden nach Weltkriegsbomben oder anderen Kampfmitteln untersucht. „Die Bohrung kann ein bis zwei Tage dauern“, sagt die Tennet-Sprecherin. Abhängig davon, wie die Ergebnisse ausfielen, könnten weitere Maßnahmen, wie zum Beispiel der Bau von Grundwassermessstellen, erforderlich werden.
Schäden werden voll ersetzt
Mit den Eigentümern, auf deren Grund die Masten hochgezogen werden sollen, würden konkrete Terminvereinbarungen abgeklärt, so das Unternehmen. Tennet macht darauf aufmerksam, dass eventuell auch Abstellflächen für Fahrzeuge, Maschinen und Werkzeuge eingerichtet werden müssten. Flurschäden würden in voller Höhe von Tennet oder den ausführenden Firmen ersetzt. Komme es zu keiner Einigung über die Höhe der entstandenen Schäden, werde auf Wunsch ein vereidigter Sachverständiger eingeschaltet.
Bis der erste Mast in Conneforde allerdings hochgezogen werden könne, dauere es aber noch. Denn: Der erste planerische Schritt ist im vergangenen Jahr abgeschlossen worden. „Im Frühjahr soll das sogenannte Planfeststellungsverfahren anlaufen“, sagt Janina Schultze. Damit werde der konkrete Trassenverlauf festgelegt. Das Verfahren ziehe sich rund ein Jahr, so dass frühestens 2023 gebaut werden könne.
