Conneforde - Eine Power-to-Gas-Pilotanlage wird es in der Gemeinde Wiefelstede nicht geben. Das Betreiberkonsortium hat sich gegen Conneforde und für Diele entschieden.
„Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet und die Fernleitungsnetzbetreiber Gasunie Deutschland und Thyssengas konzentrieren sich bei der Realisierung ihrer Power-to-Gas-Pilotanlage auf den Bereich des Tennet-Umspannwerks Diele“, heißt es in einer gestern von dem Konsortium veröffentlichten Pressemitteilung.
Diele ist geeigneter
Für ihre Entscheidung stützten sich die Betreiber auf eine Studie, die in den vergangenen Monaten neben der technischen Machbarkeit, der Anlagenart auch mögliche Standorte untersucht habe, heißt es in dem Schreiben weiter. Hierfür waren die beiden Tennet-Standorte Diele und Conneforde untersucht worden. Die Studie sehe Diele als insgesamt geeigneter an, weil dort vor allem an Land und auf See erzeugter Windstrom eingesammelt und weiterverteilt werde. Gleichzeitig sei die Nähe zu einer bestehenden Gasinfrastruktur gegeben. „Die Verzahnung von Strom und Gas, die wir für das Projekt benötigen, ist in Diele für uns besser als in Conneforde“, sagt Ulrike Hörchens, Sprecherin von Tennet. Die Studie sei zunächst einmal eine Empfehlung, der aber von den Firmen großes Gewicht beigemessen werde, so Hörchens. Im Genehmigungsverfahren, werde aber noch mal alles auf den Prüfstand gestellt.
In Diele bestehe ein hohes Potenzial für die bei „Element Eins“, so der offizielle Name des Projektes, geplante Umwandlung von Wasserstoff in grünes Erdgas (Methanisierung). Über das Ergebnis der Studie haben die Netzbetreiber die Gemeindevertreter informiert, schreiben die Sprecher der drei Unternehmen.
Ab 2022 schrittweise in Betrieb
Die von Gasunie Deutschland, Tennet und Thyssengas in Niedersachsen geplante 100 Megawatt Power-to-Gas-Pilotanlage soll schrittweise ab 2022 in Betrieb gehen und grünen Strom in grünes Gas umwandeln, um so neue Speicherpotenziale für erneuerbaren Strom zu erschließen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Den Partnern gehe es um die umfassende Kopplung der Sektoren Energie, Verkehr und Industrie. So könne der in Gas umgewandelte Grünstrom über bestehende Gasleitungen von der Nordsee ins Ruhrgebiet transportiert werden und unter anderem auch über Wasserstoff-Tankstellen für Mobilität und über die Speicherung in Kavernen für die Industrie zur Verfügung stehen.
Gleichzeitig solle dies dazu beitragen, das Übertragungsnetz zu entlasten und zu stabilisieren. Der erste Produktionsschritt in diesem Prozess sei die Herstellung von Wasserstoff. Der kann beispielsweise zum Betrieb von Brennstoffzellen genutzt werden, mit denen auch Autos angetrieben werden können.
