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Misshandelte Hündin Aus Bookholzberg Abbild von Betty wird versteigert

Delmenhorst - Betty gibt es jetzt im Doppelpack: Die Recycling-Künstlerin Dagmar Erlebach hat ein Abbild der misshandelten Hündin geschaffen. Die Figur soll jetzt für den Tierschutz auf der Facebook-Seite „Rettet Betty“ versteigert werden. Derzeit steht das höchste Gebot bei 200 Euro. „Ich hätte überhaupt nicht gedacht, dass meiner Figur so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird“, erklärte Erlebach. Sie setzt sich selbst seit Jahrzehnten für Tiere ein. Die Delmenhorsterin habe schon viele Hunde aus dem Tierheim bei sich aufgenommen. Die Gebote für die Figur können bis Freitag, 15. November, um 22 Uhr auf der Facebook-Seite unter dem Post zur Auktion abgegeben werden.

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Erlebach ist in der Praxis von Dr. Angelika Hoffmann mit ihren Tieren schon lange Kundin. Erlebachs Tierfiguren aus recyceltem Material sind dort auch in verschiedenen Räumen zu finden. Vor einigen Wochen wollte sie bei der Tierärztin eigentlich nur Tabletten für ihren Hund besorgen, da inspirierte sie das Praxisteam, ein Abbild von Betty zu machen.

Die Delmenhorsterin konnte sich die Hündin ansehen und kennenlernen. Geformt ist die Figur aus Abfall, wie einem Joghurtbecher und einer Teedose. Kleister hält das Material zusammen und mit Lack hat die Künstlerin alles versiegelt, damit das Kunstwerk auch ein Regenschauer überstehen könnte.

Wie steht es um Betty?

„Betty bleibt ein Dauerpatient“, erklärte Hoffmann. Sie hat die Hündin mit ihrem Team wieder aufgepäppelt und sich dazu entschlossen, dem Tier ein Zuhause zu geben. Nachdem sich die etwa zehnjährige Hündin mittlerweile erholt hat, steht an diesem Mittwoch eine weitere kleine Operation auf dem Programm. Da ihr diverse Zähne abgebrochen sind, soll sie Füllungen bekommen.

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Rückblick: Die Geschichte der American-Bulldog-Hündin hat in den vergangenen Wochen viele Menschen bewegt und eine Diskussion rund um den Tierschutz ausgelöst. Zunächst wurde vermeldet, dass ein Passant die verwahrloste und verletzte Hündin im September neben der B212 bei Bookholzberg gefunden habe. Betty löste daraufhin eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Noch heute erreichen die Tierarztpraxis Hoffmann Pakete aus ganz Deutschland – zuletzt kam eine Decke für Betty aus München.

Polizei ermittelt weiter

Die Ermittlungen dauern unterdessen an. Die Akten befinden sich aktuell noch für weiterer Ermittlungen, wie die Auswertung von Mobildaten und die Einholung eines amtstierärztlichen Gutachtens, bei der Polizei, teilte Staatsanwalt Thorsten Stein auf NWZ-Anfrage mit. Auch Zeugen werden vernommen – Tierärztin Hoffmann will ebenfalls aussagen, sagt sie. „Die Ermittlungen werden hier beschleunigt geführt, werden aber noch etwas Zeit in Anspruch nehmen“, sagte er.

Bereits Ende September wurde eine Wohnung in Ganderkesee durchsucht. Wie Stein im Oktober berichtete, soll es sich bei dem Wohnungsinhaber möglicherweise um Bettys letzten Halter handeln. Wegen des Anfangsverdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz wird gegen den Beschuldigten ermittelt. Auch die Geschichte des Finders werde hinterfragt.

Lesen Sie hier, wie Betty zu ihrem neuen Zuhause gekommen ist.

Anna-Lena Sachs
Anna-Lena Sachs Online-Redaktion (stv. Ltg.)
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