Donnerschwee/Bornhorst - Mit dem Einsammeln von Treibgut und dem Reparieren von Zäunen ist der II. Oldenburgische Deichband zurzeit beschäftigt. „Danach kümmern wir uns um die Schilder“ sagt Verbandsvorsteher Burchard Wulff. Wieder einmal wurden Hinweise, die das Mitführen von Hunden am Huntedeich verbieten, beschmiert, beklebt, bemalt oder einfach entfernt. Gleiches gilt für Schilder an Eingängen ins Naturschutzgebietes (NSG) Bornhorster Huntewiesen.
Unterschiedlich ist jedoch die Zuständigkeit: Während der Deichband das „Hausrecht“ für den Schutzdeich an der nördlichen Seite der Hunte hat, beschränkt sich die Verantwortung der Stadt auf das angrenzende NSG Bornhorster Wiesen. Auf dem Deichweg, der hinter dem Klärwerk an der Wehdestraße beginnt, geht es mit dem Beschmieren von Schildern los. Weitere solche „Kreationen“ befinden sich an Zugängen zu den Wiesen im Bereich Elsflether Straße.
Ein Problem, das Deichband wie Stadt kennen. „Wir stellen auch leider fest, dass ein schnelles Säubern oder Austauschen teilweise nicht lange anhält“, sagt Stadtsprecher Reinhard Schenke auf Anfrage der NWZ.
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Warum wurde das Verbot ausgesprochen? |
Im Naturschutzgebiet Bornhorster Wiesen (und auch im angrenzenden NGS Moorhauser Polder, das zum Landkreis Wesermarsch gehört) ist das Mitführen von Hunden generell verboten. Am Deich war das nicht immer so. „Erst gab es hier nur die Anleinpflicht“, erinnert sich Hans-Hermann Mohrmann, ehrenamtlicher Landschaftswart der Stadt Oldenburg für den Bereich Donnerschweer und Bornhorster Huntewiesen. „Aber das nützte nichts. Dann sind wieder Schafe ersoffen, weil Hunde sie gejagt haben.“
Verbandsvorsteher Burchard Wulff sagt dazu: „Es gibt immer so zehn Prozent der Hundehalter, die die Anleinpflicht ignorieren. Deshalb wurden die Schilder aufgestellt, die das Mitführen von Hunden am Deich verbieten. Das niedersächsische Deichgesetzt und das Bundesnaturschutzgesetz lassen das zu. Wir wollen die Leute nicht drangsalieren.“ Aber, um Schäden vorzubeugen, habe man so handeln müssen.
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Warum sind angeleinte Hunde gefährlich? |
Stadtsprecher Reinhard Schenke antwortet: „Der Deich wird von der Deichschäferei des II. Oldenburgischen Deichbands unterhalten. Mindestens im Sommerhalbjahr sind also Schafe auf dem Deich, die die Grasnarbe kurz halten und den Boden verdichten. Die Erfahrung zeigt, dass gerade nicht angeleinte Hunde für viele Schafverluste verantwortlich sind. Etwa dadurch, dass Schafe in die Hunte getrieben werden und dort ertrinken.
Auch angeleinte Hunde können die Herde auf dem Deich stark beunruhigen. Insbesondere auch, weil viele Hundehalter mittlerweile flexible Hundeleinen haben. Deshalb hat der Deichband auch angeleinte Hunde ausgeschlossen.“
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Gibt es auch Gefahren für Hunde? |
Dazu sagt Burchard Wulff: „Zurzeit sind die Schafe in der Deichschäferei beim Ablammen. In etwa drei Wochen können die Lämmer auf den Deich, wenn es das Wetter zulässt. Lämmer sind neugierig und beschnuppern alles – auch Hundehaufen. So können Krankheiten übertragen werden. Das gilt übrigens auch für Hunde, die sich für die Hinterlassenschaften der Schafe interessieren.“ Der Verbandsvorsteher weist außerdem darauf hin, dass die Deichschäferin regelmäßig mit der Kehrmaschine den asphaltieren Deichweg reinigt.
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Was passiert bei einem Verstoß gegen das Verbot? |
„Wenn auch das Gespräch vor Ort nichts bringt, wird die Polizei gerufen“, antwortet Wulff kurz knapp.
