Eckfleth - Von Moorhausen bis hin nach Neuenbrok: Die Moorriemer Dorfteile schienen am Samstagabend, wie verwaist. Was bloß steckte hinter diesem kollektiven Exodus? Wer einen Blick auf den Eckflether Dorfplatz warf, der wusste die Antwort. Ganz Moorriem feierte im riesigen Festzelt den Jubiläumsball zum 70-jährigen Bestehen der Landjugend. Die Fete startete um 18 Uhr mit einem Büfett, dann stand Klönschnack mit Freunden und Bekannten auf dem Programm und gegen 21.15 Uhr nahmen die Ehrengäste nach der Begrüßung durch den Landjugendvorsitzenden Thorben Sager die Gelegenheit wahr, ein Grußwort an die rührige Landjugend zu richten.
„An unserem Klönschnack-Abend bei unserer Vereinswirtin Olga Carstens (Gasthof Bielefeld, Dalsper) kam uns vor zwei Jahren die Idee, zum 70-jährigen Jubiläum im Jahr 2019 ein Fest zu veranstalten“, erinnerte sich Thorben Sager , „noch am gleichen Abend haben wir dann mit der Planung begonnen.“ Die Landjugend bestellte ein Festzelt, „so groß, wie eine Halle“, natürlich auf dem Eckflether Dorfplatz. Bei ihrer logistischen Meisterleistung erhielten die Moorriemer Deerns und Jungs große Unterstützung seitens der Mitbürger und Moorriemer Unternehmen. „In den vergangenen 70 Jahren ist viel passiert und vieles hat sich verändert“, fuhr Thorben Sager fort, „heute können wir auf diese lange Zeit mit allen ihren Höhepunkten sehr stolz sein.“ 70 Jahre Höhepunkte hatte die Landjugend in ihrer lesenswerten „Chronik der Moorriemer Landjugend“ festgehalten. Informatives und viele Geschichten zum Schmunzeln wurden von den Autorinnen und Autoren aus ganz persönlicher Sicht dargestellt. Am Festabend wurde das noch druckfrische Werk zum ersten Mal den Besuchern vorgestellt.
Auch Gerold Maas, Gründer der Moorriemer Landjugend, ließ die Anfangsjahre der Gemeinschaft noch einmal aufleben und Vereinswirtin Olga Carstens dankte für die langjährige Zusammenarbeit: „Ihr wart immer eine tolle und hilfsbereite Gemeinschaft!“ Bürgermeisterin Brigitte Fuchs war zum Scherzen aufgelegt: „Wie schön, dass es Feten gibt, an denen ihr auch die Elsflether ab und zu mitfeiern lasst“. Großes Lob erteilte die Bürgermeisterin ihren Gastgebern für die Teilnahmen am Elsflether Krammarktumzug und ihre persönlichen Beziehungen zur Landjugend habe sie bei der diesjährigen kreativen Aktion „72 Stunden“ inklusive der Abschlussfete vertiefen können.
Der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler (CDU) aus Berne, war froh, für Moorriem eine „Einreisererlaubnis“ erhalten zu haben. Thümler juxte: „Das war nicht immer so. Wenn früher die Stedinger auf Moorriemer trafen, wurden die Stedinger oft verprügelt. Trotzdem haben wir uns die Frauen aus Moorriem geholt!“ Der FDP-Landtagsabgeordnete Horst Kortlang war der Meinung, dass sogar der Wiener Opernball hinter dem Landjugend-Ball verblasst, der Landjugend und ihrem „Super-Organisationsteam“ gratulierten die Landtagsabgeordnete Karin Logemann (SPD) und der Kreislandvolkvorsitzende Dr. Karsten Padeken. Eins stand an diesem Abend fest: wenn die Moorriemer feiern, dann wird es immer eine lange, ausgelassene Nacht. Aber wenn die Landjugend mit rund 1000 gut aufgelegten Gästen und der tollen Band „Smile“ zur Riesen-Jubiläumssause durchstartet, gibt es nur eine Bilanz: es wurde ein Ereignis, das nicht zu toppen ist und mit Sicherheit in die Annalen der aktiven und kreativen Landjugend eingehen wird.
