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Kahlschlag In Elisabethfehn Der letzte Baum soll bleiben

Elisabethfehn/Barßel - Das an der Oltmann-Strenge-Straße zurzeit viele Bäume das Zeitliche segnen ist eigentlich nichts neues. Denn in einem Waldstück an der Straße, dem sogenannten Strengewald, hat sich der Borkenkäfer ausgebreitet und zahlreiche tote Bäume mussten gefällt werden. Doch ein paar Meter weiter, entlang des Radweges an der Straße, schauen seit einigen Tagen nur noch Baumstümpfe aus dem Boden. Die Gemeinde Barßel hat am Radweg 30 Bäumen fällen lassen.

Anwohner fassungslos

Die Anwohner können es kaum fassen. „Das waren alles gesunde Bäume. Sie haben aus der Straße fast schon eine Allee gemacht“, sagt Günter Eberlei. Er kann sich noch gut daran erinnern, wie vor rund 35 Jahren die Bäume gepflanzt worden sind. „Hier hat irgendjemand nicht nachgedacht“, sagt Eberlei, der lange Jahre Leiter des Bauhofs der Gemeinde Barßel war. Auf Unverständnis stößt die Maßnahme aber auch bei lokalen Ratsmitgliedern. „Wir wussten gar nichts davon. Nie war diese Maßnahme Thema im Rat oder im Ausschuss“, sagte Josef Wagner, Vorsitzender der Gruppe Bürgerfraktion/Grüne. Auch Gunda Schröder (SPD) ist erschrocken. „Da fehlt einem jegliches Verständnis“, sagt die Ratsfrau. Waltraut Frerichs von der Bürgerfraktion sieht es noch drastischer. „Wenn das so weiter geht, haben wir in der Gemeinde bald gar keine Bäume mehr. Ist das Umweltschutz auf Barßeler Art? Das geht gar nicht“, ärgert sich die Ratsfrau.

Wurzeln heben Radweg

KOMMENTAR Kahlschlag wirft viele Fragen auf

Heiner Elsen

Doch warum mussten die gesunden Bäume gefällt werden? Die Gemeindeverwaltung hat darauf eine klare Antwort. „Aus Gründen der Verkehrssicherheit. Die Wurzeln der Bäume sind unter den Radweg gewachsen und heben diesen an. Dadurch sind Risse und Huckel im Asphalt entstanden, die gerade für Radfahrer sehr gefährlich werden können“, sagt Michael Sope, Erster Gemeinderat, auf Nachfrage der NWZ. Tatsächlich lässt sich an mehreren Stellen diese Situation erkennen – die Wurzeln haben die Asphaltdecke angehoben. Es gibt aber auch Stellen neben den gefällten Bäumen, die auf den ersten Blick keine Schäden aufweisen. „Wir mussten das Problem aber an der Wurzel packen und an allen Stellen aktiv werden“, sagte Sope weiter.

Doch ein Baum steht noch – vor dem Haus von Georg Hagedorn. Der war für eine normale Fällung zu hoch – dafür muss erst ein Hubsteiger her. „Ich hoffe, dass wir ihn noch retten können“, sagt Georg Hagedorn. Doch die Gemeinde macht wenig Hoffnung. „Auch der letzte Baum wird noch gefällt werden", sagt Michael Sope aus dem Rathaus.

Die Gruppe Bürgerfraktion/Grüne will das Thema in die Gemeindepolitik bringen. „Wir haben extra einen Ausschuss für Umwelt, aber der wird nie gefragt“, sagt Waltraut Frerichs. Der zuständige Ausschuss tagt bereits am Montag. „Da werden wir auf jeden Fall das Thema noch einmal auf den Tisch bringen“, sagt Vorsitzender Josef Wagner.

Holz wird vermarktet

Und was passiert jetzt eigentlich mit dem ganzen Holz? Das Holz wird über die Holzliste der Gemeinde Barßel vermarktet. Ein Raummeter, also eine ein Meter breite, hohe und tiefe Kiste mit Holz kostet 160 Euro. „Wir haben eine hohe Nachfrage nach Holz. Sehr viele Interessenten melden sich bei uns“, berichtet Sope.

Heiner Elsen
Heiner Elsen Redaktion Münsterland
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