Elsfleth - Ho ho ho! Ja – auch wenn wir uns mitten im Wonnemonat Mai befinden: Die Weihnachtszeit darf man hier und jetzt nun wirklich nicht unter den Teppich kehren! Und schon gar nicht den Nikolaus. Schließlich steht er da vorne gerade freudestrahlend neben seinem blonden Engel; hier, in Elsfleth, einem der ältesten Orte an der Unterweser.
Bild: Ziegeler
„Elsfleth ist eine der ältesten Siedlungen an der Unterweser. Erstmals erwähnt wird sie in einer Urkunde von 1220, vermutlich war die Gründung jedoch etwa im 9. Jahrhundert.“ (Quelle: Schiffahrtsmuseum Unterweser)
Gemeinsam am Tisch
Es war im Dezember 2013. Bei der Weihnachtsfeier des Wöschenlanner Heimatvereens. „Der alte Nikolaus war in Kur“, erklärt Neele Haye, geb. Heinemann. Zum Glück sprang Mike Haye in die Bresche. Neele Haye trat mit dem Posaunenchor auf. Beide waren – sie als gebürtige Wüstingerin, er als gebürtiger Holler – schon immer in diesem Verein. „Da wird man reingeboren“, sagt die 25-Jährige.
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Und so trug es sich zu, dass Posaunistin und Nikolaus im Anschluss gemeinsam am Tisch Suppe aßen.
Das Schicksal nahm seinen Lauf. Man traf sich hin und wieder.Fünf Monate später, ab dem 13. Mai 2014, waren die beiden ein Paar.Warum sie sich heute – ihrem 3. Jahrestag – das Haus Elsfleth des Schiffahrtsmuseums Unterweser als standesamtlichen Hochzeitsort ausgesucht haben? Wegen des Blicks auf die Hunte!
„Einen bedeutenden Aufschwung erlangte Elsfleth durch die Errichtung des Weserzolls, der von Graf Anton Günther von Oldenburg 1624 nach Elsfleth verlegt wurde. Der Weserzoll wurde bis 1820 erhoben. Am 1. Mai 1856 wurde Elsfleth zur Stadt ernannt. Die günstige Lage Elsfleths am Zusammenfluss der Weser und der Hunte sowie die Nähe zur Nordsee begründeten bald die Verbundenheit Elsfleths zur Schifffahrt und zum Schiffbau und waren ausschlaggebend für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Ortes.“ (Quelle: www.elsfleth.de)
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Auch für die weitere Entwicklung zwischen dem Fleischer und der Steuerfachangestellten, die nebenbei BWL studiert, war die Hunte ausschlaggebend: Schließlich hat der 28-Jährige seiner Angebeteten hier den Antrag gemacht.
Und im November 2016 sind die beiden in ihr neu gebautes Haus in Holle (Gemeinde Hude) eingezogen, die Hunte fließt direkt dahinter lang. Vom Fenster aus können sie den Deich sehen. „Da stehen Tisch und Bank“, erklärt Neele Haye. Ab und an nehmen sie dort gerne Platz, um Tee zu trinken oder zum Frühstücken.
So auch an ihrem Jahrestag 2016. Als seine Liebste gerade anfangen wollte, das Picknick hinterher wieder einzuräumen, fragte er: „Wollen wir nicht noch mal zum Wasser gehen?“
Hm, ok? Er wurde hibbelig.
„Und dann guckte ich einmal nich‘ hin – und da hockte er“, erzählt Neele Haye. Es folgten die große Frage, ein Ring – und ein JA!
Alle Mann an Deck!
„Der Portaldrehkran zum Be- und Entladen von Schiffen am Kai wurde 1958 von der Krupp-Ardelt GmbH in Wilhelmshaven gebaut. Er verfügt über 5000 Kilogramm Tragkraft, sein Ausleger ist 25 Meter lang. Letzter Betreiber des Krans war ein Unternehmen aus Nordenham. Als dieses seinen Firmensitz verlegte, erwarb der Elsflether Kapitän und Reeder Horst Werner Janssen den Kran, um ihn als Industriedenkmal zu erhalten. 2012 erkannte das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege dessen wirtschafts- und technikgeschichtliche Bedeutung an und nahm den Portaldrehkran in das Verzeichnis der Kulturdenkmale auf.“ (Quelle: www.wesermarsch-maritim.de)
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Heute erfreuen sich Brautpaare an der imposanten Fotokulisse.
Das Haus Elsfleth
Das dritte Haus des Schiffahrtsmuseums Unterweser befindet sich in der Elsflether „Villa Steenken“ und informiert über die maritime Entwicklung entlang der oldenburgischen Unterweser im 20. Jahrhundert.
Dr. med. Christian Ludwig Steenken, Vorsitzender der Elsflether Heringsfischerei, ließ die Villa 1891 auf dem ehemaligen Werftgelände der Jürgens Werft als Arztpraxis errichten. Unterschiedliche Firmen nutzten das Gebäude von 1965 an. Von 1992 bis 2006 arbeiteten Wasserschutzpolizei und Polizei hier. 2006 erwarb der Elsflether Reeder und Kapitän Horst Werner Janssen die Villa und schenkte sie der „Bürgerstiftung Wesermarsch“ - mit dem Ziel, hier ein Schifffahrtsmuseum einzurichten. 2010 wurde die Ausstellung eröffnet.(zu lesen auf der Info-Tafel am Eingang)
Das erste Obergeschoss, wo auch die Eheschließungen stattfinden, ist zwei Themen gewidmet: dem Schiffbau und der Geschichte der Werften der Region. Ein weiterer Schwerpunkt ist die nautische Ausbildung.
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Im Erdgeschoss können sich Besucher über die Reeder der Region und den Fischfang - darunter insbesondere die Geschichte der Elsflether Heringsfangflotte - informieren.
Das Herzstück des Museums
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Adresse: Haus Elsfleth, Schiffahrtsmuseum Unterweser, Weserstraße 14, 26931 Elsfleth; Tel.: 04404 / 98 87 42
Termine werden mit dem Standesamt Elsfleth vereinbart. Ansprechpartnerin für weitere Auskünfte zum Museum: Frau Röben-Nonnast, Tel: 04401/6791 oder per E-Mail: roeben-nonnast@schiffahrtsmuseum-unterweser.de
Kosten/Personen: Eine Trauung im Haus Elsfleth kostet 100 Euro und bietet Platz für 25 Personen. Getränke und Snacks können mitgebracht oder gegen Aufpreis vom Museum geliefert werden.
Hier oben geht es um die seemännische Ausbildung, erklärt Standesbeamtin Brunßen der Hochzeitsgesellschaft. Der Raum ist einer Kommandobrücke nachempfunden. Und hier am Schiffssteuerrad besiegelt das Brautpaar nun auch seine gemeinsame Fahrt, den gemeinsamen Weg mit „Ja!“ und einem Kuss.
„Dass wir heiraten, war keine Überraschung“, sagt Neele Haye. „Das war schon alles klar, dass wir für immer zusammen bleiben.“
In diesem Sinne: Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel und alles Liebe für die gemeinsame Zukunft wünscht NWZonline!
Planen Sie auch eine standesamtliche Trauung an einem außergewöhnlichen Ort und würden Hochzeitsreporterin Jantje Ziegeler Einblick gewähren? Melden Sie sich gern unter jantje.ziegeler@nwzmedien.de
An diesen Orten können Sie bislang an Trauungen „teilnehmen“:
Hier finden Sie alle Beiträge der Hochzeitsserie „So schön heiratet der Nordwesten“.
