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Sportstätten In Oldenburg An der Kennedystraße wird bald auf Kunstrasen gekickt

Eversten - Fußball spielen auf echtem Rasen ist am schönsten. Das Problem: Viel zu selten ist das möglich, denn oft müssen Plätze wegen schlechter Bedingungen gesperrt werden. Um dem entgegenzuwirken, treibt die Stadt den Bau von Kunstrasenplätzen voran. Noch in diesem soll es an der Kennedystraße losgehen.

Welcher Platz ist für Kunstrasen vorgesehen?

Auf der Sportanlage an der Kennedystraße gibt es derzeit drei Naturrasenplätze. Nach Untersuchungen hält die Verwaltung den östlichsten, der direkt am Abenteuerspielplatz Eversten angrenzt, für am besten geeignet. Das hat drei Gründe: Erstens ist dieser Platz laut Stadt durch starken Maulwurfbefall in schlechterem Zustand als die anderen beiden. Wenn er als Rasenplatz erhalten bliebe, müsste hier viel Geld und Arbeit hineingesteckt werden. Zweitens ist an diesem Sportplatz bereits ein Flutlicht vorhanden (das allerdings noch ertüchtigt werden muss).

Drittens werden die Zeiten, in denen solche Sportplätze genutzt werden dürfen, maßgeblich von Lärmschutzregeln vorgegeben. Sind Wohnhäuser zu nahe, dürfte zum Beispiel abends oder am Wochenende weniger oder gar nicht gespielt und trainiert werden. Das noch nicht ganz abgeschlossene schalltechnische Gutachten habe ergeben, dass der östliche Platz von der Stundenzahl rund dreimal so lange nutzbar sein werde als die anderen Fußballplätze, teilte die Verwaltung mit.

Was ist mit dem Mikroplastik-Problem?

Im vergangenen Jahr machte das Gerücht die Runde, dass die EU Kunstrasenplätze verbieten wolle (was dann dementiert wurde). Hintergrund ist das Problem des Gummigranulats, das in den Platz eingestreut wird. Es kann im Laufe der Zeit als Kleinstteilchen (Mikroplastik) in die Umwelt gelangen.

Auch ohne ein drohendes Verbot hat die Stadt auf die Diskussion reagiert und will die geplanten Kunstrasenplätze mit Quarzsand verfüllen. „Das entspricht dem neuesten Stand der Technik“, sagte Fachdienstleiter Christoph Winterhalter am Mittwoch im Sportausschuss.

Müssen Bäume gefällt werden?

Der östliche Rasenplatz birgt ein Problem: Er hat das höchste Potenzial, was die Nutzungszeiten angeht, doch er ist in seinen jetzigen Abmessungen für den Punktspielbetrieb zu klein. Der künftige Kunstrasenplatz benötigt daher mehr Fläche. Dafür müssen allerdings Bäume gefällt werden, die derzeit zwischen den beiden östlichen Sportplätzen stehen.

Ganz genau handelt es sich um 14 Bäume, drunter vier Stieleichen mit Stammumfängen um die zwei Meter und eine Esche mit einem Umfang von 2,20 Meter. Als Kompensation sollen 124 junge Laubbäume neu gepflanzt werden. Die meisten davon werden allerdings nicht auf dem Gelände Platz finden. „Das ist aus dieser Sicht natürlich eine schlechte Variante“, bemerkte Grünen-Ratsfrau Rita Schilling im Sportausschuss mit Blick auf die geplanten Baumfällungen. Auch ihre Fraktionskollegin Andrea Hufeland plädierte für ein genaues Abwägen.

Sportamtsleiterin Christiane Cordes und Oberbürgermeister Jürgen Krogmann sprachen mit Hinweis auf die unterschiedlich großen Nutzungszeiten bei den drei Plätzen eindeutig für die vorgestellte Variante aus. Mit Blick auf die Brut- und Setzzeit ab dem 1. April drückten sie zudem aufs Tempo. Danach sind erstmal keine Baumfällungen mehr möglich. „Dann verlieren wir ein ganzes Jahr“, so Krogmann. Auch Gero Büsselmann vom Stadtsportbund sprach sich gegen Verzögerungen aus. „Die Fußballer sind schon sehr, sehr ungeduldig und wären sehr enttäuscht.“

Was kostet der Bau des Kunstrasenplatzes?

Die hohen Kosten sind aus Sicht der Verwaltung ein weiteres Argument, den östlichen Sportplatz mit Kunstrasen auszustatten. Rund 1,17 Millionen Euro sind veranschlagt. Für Krogmann ist das eine entscheidende Begründung, auf dem Platz zu bauen, auf dem am meisten Spielzeit möglich ist. Alles andere sei unwirtschaftlich. „Dann müsste ich ihnen eigentlich hier und heute empfehlen, das Projekt einzustampfen.“

Werden weitere Kunstrasenplätze gebaut?

Der Rat hatte 2018 beschlossen, insgesamt fünf neue Kunstrasenplätze zu bauen. Anfang 2019 folgte dann die Festlegung auf die ersten drei Standorte und deren Reihenfolge. Nach der Fertigstellung in diesem Jahr an der Kennedystraße soll es 2021 mit dem vom Post SV genutzte Platz neben der Grundschule Alexandersfeld weitergehen. Als nächstes folgt dann die Anlage an der Brandenburger Straße. Auch hier will die Stadt wieder jeweils mehr als eine Million Euro ausgeben.

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)
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