Friesoythe - Hakenkreuze als Teil einer Lasershow? Absicht oder technischer Defekt? In der Friesoyther Diskothek „Extra“ tauchte das verbotenen Symbol in der Nacht von Freitag auf Samstag, 1./2. Februar, zumindest für mindestens 30 Sekunden als Projektion auf einer Wand der Disco auf. Ein von einem Besucher gegen 2.15 Uhr aufgenommenes Video beweist das.
Dieser Vorfall sorgte für große Aufregung, und es ging sogar eine Anzeige bei der Polizei ein. Wird das Hakenkreuz nämlich als Kennzeichen aus der Nazi-Propaganda benutzt, ist dies laut Paragraf 86a des Strafgesetzbuches strafbar. Thorsten Bruns, der das „Extra“ seit rund einem Jahr betreibt, trat diesem Vorwurf energisch entgegen und sprach kurz nach Bekanntwerden dieses Vorfalls von einem „unglücklichen technischen Fehler“ der Lichtanlage.
Aber kann das wirklich sein? Die NWZ besuchte den Betreiber Thorsten Bruns und Betriebsleiter Steven Heidrich jetzt vor Ort, um sich den „Fehler“ genauer erklären zu lassen. Laut Heidrich sei es an dem besagten Abend zu mehreren Fehlfunktionen gekommen. Das Bedienpult, für das eigens ein Lichttechniker verantwortlich ist, sei noch relativ neu, noch nicht einmal vier Wochen alt. Der PC sei öfter hängen geblieben und abgestürzt. Das liege an dem neuen Steuergerät, das per Touch-Pad bedient werde. Dieses sei ebenfalls ständig eingefroren. Der Fehler sei aber mittlerweile behoben und alles neu installiert worden, so Heidrich.
Ursprünglich hätten vorprogrammierte Rechtecke/Würfel an die Wand projiziert werden sollen. Doch Teile dieses Elements seien nicht dargestellt worden. Der Lichttechniker habe diesen Defekt aber nicht sofort erkennen können, da er mit dem Rücken zur Projektion stand. Außerdem sagte der Betriebsleiter, dass es auch keine Hakenkreuze gewesen seien: „Erst durch das Drehen wird es zu einem.“ Und Heidrich beteuert: „Wir sind definitiv kein rechtsradikaler Laden und offen für alle Leute.“
Betreiber Thorsten Bruns zeigte sich im NWZ-Gespräch ziemlich genervt. Die ganze Woche habe er keine Ruhe gehabt. Er sei bereits von der Polizei vernommen worden und habe erklärt, dass es mit den Hakenkreuzen keine Absicht gewesen sei.
Neben Bruns wurde auch Heidrich schon von der Polizei zu dem Vorgang befragt. Die Ermittlungen sind aber noch nicht ganz abgeschlossen, sagte Maren Otten, Sprecherin der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta. Derzeit müsse man aber davon ausgehen, dass es sich tatsächlich um einen Defekt an der Anlage gehandelt habe. „Wir müssen das glauben, was man uns sagt“, so Otten. Oder man müsse den Beweis führen, dass es kein technischer Defekt gewesen sei. Es gebe aber bislang keine Belege oder Aussagen, die diesen Vorwurf stützen würden.
Sobald die Ermittlungen beendet seien, würde man die Ergebnisse dann der Staatsanwaltschaft zur Verfügung stellen. Diese habe dann zu entscheiden, ob das Verfahren eingestellt werde oder nicht.
Angst, dass wegen des Vorfalls weniger Leute zu den Veranstaltungen kommen, haben Betreiber und Betriebsleiter nach eigenen Angaben nicht.

