Friesoythe - Wer die Schneekatastrophe 1978/1979 selbst miterlebt hat, kann so einiges erzählen. Und auch das Archiv der Nordwest-Zeitung offenbart die ein oder andere Geschichte.

So wurde zum Beispiel am 5. Januar 1979 über den Silvesterlauf in Markhausen berichtet. Dieser fand zwar am Silvestermorgen mit 52 Läufern statt, doch da die meisten angemeldeten Teilnehmer von unterwegs anriefen und absagen mussten, weil sie mit dem Auto im Schnee stecken geblieben waren, wurde der Lauf eine Woche später nachgeholt. Die Sportler, die Silvester bereits an den Start gingen, mussten am Ende übrigens ohne Urkunden auskommen. Starke Schneeverwehungen verhinderten, dass die Urkunden überbracht werden konnten.

An riesige Schneeverwehungen kann sich auch noch Peter Wiesner aus Altenoythe erinnern. Der damalige Standesbeamte kam im Februar 1979 nur zu Fuß zum Friesoyther Rathaus. Und eine über zwei Meter hohe Schneewehe, die sich direkt zwischen Friesoythe und Altenoythe angehäuft hatte, konnte nur durch einen schmalen, freigeschaufelten Gang durchquert werden.

Immerhin kam er im Rathaus an. Das ist einem jungen Paar aus Ahrensdorf, das sich im Februar 1979 in Friesoythe das Ja-Wort geben wollte, nicht gelungen. Es gab einfach kein Durchkommen. „Sie riefen mich von einer Telefonzelle aus an, um den Trauungstermin abzusagen“, so Wiesner. Ein Paar aus Bösel, so erinnert er sich, habe den Trauungstermin partout nicht platzen lassen wollen. Sie machten sich zu Fuß durch den tiefen Schnee auf den Weg zum Friesoyther Standesamt. „Mit rund zweistündiger Verspätung standen sie tatsächlich bei mir vor dem Trautisch“, erzählt Wiesner.

Die NWZ-Redaktion Friesoythe freut sich über persönliche Erinnerungen und Bilder aus privaten Fotoalben (Telefon  04491/99882900, red.friesoythe@nwzmedien.de) aus dieser Zeit.

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Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)