Friesoythe - Positive Nachrichten im Friesoyther Werk des Kabelherstellers Leoni. „Leoni wird – entgegen der bisherigen Planung – im ersten Halbjahr 2020 an seinem Standort in Friesoythe keine Kurzarbeit einführen. Dies hat die Geschäftsführung nach konstruktiven Verhandlungen mit Betriebsrat und IG Metall beschlossen“, gab Pressesprecher Sven Schmidt am Donnerstag bekannt.

Aufgrund einer Auftragsdelle sollten im Februar und März dieses Jahres rund 400 der 600 Angestellten im Friesoyther Werk einen Tag in der Woche zu Hause bleiben. „Getragen wird der Beschluss von der Tatsache, dass die derzeit vorherrschende Auftragsdelle weniger stark ausfällt als ursprünglich angenommen oder sich nach hinten verschiebt“, so Schmidt weiter. Die geringere Unterauslastung in den zwei Bereichen Telekommunikation und Automatisierungstechnik kann dadurch mit Hilfe eines tarifvertraglich geregelten Instruments, der sogenannte T-Zug, aufgefangen werden. „Im Rahmen dessen haben Beschäftigte grundsätzlich die Möglichkeit, zwischen einem tariflichen Zusatzgeld (jährliche Einmalzahlung) oder einem Zusatzurlaubsanspruch von acht Tagen zu wählen“, sagt Schmidt.

Laut Unternehmen haben die Tarifparteien festgelegt, dass alle Mitarbeiter die zusätzlichen Urlaubstage erhalten und auch in Anspruch nehmen müssen – und zwar im 1. Halbjahr 2020. „Dies wird ausreichend sein, um in dieser Phase eine Überkapazität zu vermeiden. Die Mitarbeiter erleiden somit keine Einkommenseinbuße durch Kurzarbeit. Unternehmen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren von dieser Regelung im gleichen Maße“, so Schmidt weiter. Gleichzeitig versichert der Konzernsprecher, dass es im ersten Halbjahr 2020 keine Kurzarbeit in Friesoythe geben wird.

Weiterhin ein großes Thema im Leoni-Konzern ist aber die Abspaltung des Friesoyther Werks vom Unternehmen. Die Führungsetage plant, sich komplett von der WCS-Sparte (Wire & Cable Solutions) zu trennen, um sich dann ganz auf das andere Geschäftsfeld zu konzentrieren – den Bordnetzbereich (Wiring Systems Division/WSD). Die Verkaufsgespräche dauern an.

Heiner Elsen
Heiner Elsen Redaktion Münsterland