Ganderkesee - Das Bekenntnis zum Standort ist deutlich: „Ja, die Krippe Sonnenblume soll nach der Sanierung der Brandschäden wieder in das Gebäude an der Lindenstraße einziehen.“ Das hat Gemeindesprecher Hauke Gruhn am Montag auf Nachfrage der NWZ erklärt. Gut 14 Tage nach dem verheerenden Dachstuhlbrand des Mehrfamilienhauses, in dem auch die Kinderkrippe „Sonnenblume“ untergebracht war, laufen die Sanierungsarbeiten auf Hochtouren.
Brandursache war nach Angaben der Polizei eine unsachgemäß auf dem Balkon einer Wohnung entsorgte Zigarette. Von diesem Brandherd aus hatten sich die Flammen durchs ganze Dach gefressen und dabei die Dachgeschosswohnung völlig zerstört. „Nichts war von der Wohnung mehr zu retten“, sagt Hausverwalter Werner Schmidt. Auch die drei weiteren Wohnungen im Obergeschoss waren durch Flammen und Löschwasser schwer beschädigt worden.
Krippe gering betroffen
Besser dagegen steht es um die Krippe im Untergeschoss. „Der Großteil der Einrichtung liegt in einem nicht vom Brand betroffenen Anbau. Lediglich ein Raum ist vom Löschwasser durchfeuchtet worden“, zeigt Schmidt sich erleichtert. Dieser Raum werde wie der Rest des Hauses umfassend saniert.
„Sorgfalt geht hier vor Schnelligkeit“, betont Schmidt. So werde unter anderem die Decke des Krippenraums erneuert, auch erhalte sein Boden einen komplett neuen Estrich. Zeitlich veranschlagt Schmidt für diese Arbeiten rund zwei bis drei Monate. Die komplette Sanierung des seit dem Brand nicht mehr bewohnbaren Mehrfamilienhauses werde aber länger andauern.
„Das Dach hat bereits eine neue Sparrenkonstruktion erhalten und ist vorläufig mit einer Plane abgedichtet worden. Die zerstörte Obergeschosswohnung muss jedoch von Grund auf komplett neu aufgebaut werden“, beschreibt Schmidt den großen Aufwand.
Um noch während dieser Arbeiten den Krippenbetrieb möglichst bald wieder aufnehmen zu können, bestünde die Möglichkeit, einen alternativen Zugang zur „Sonnenblume“ über das Grundstück der benachbarten Kindertagesstätte „Kleine Wolke“ anzulegen. „Wir würden ihn auf der gegenüberliegenden Seite über die Terrasse der Krippe führen und aus Sicherheitsgründen auch überdachen“, sagt Schmidt. Laut Gemeindesprecher Gruhn habe man die Betriebserlaubnis für die beiden übergangsweise in der Kita an der Fritz-Reuter-Straße untergekommenen „Sonnenblumen“-Gruppen vorsichtshalber verlängert.
Auf einen baldigen Wiedereinzug hoffen laut Hausverwalter Schmidt auch vom Brand betroffene Mieter. „Alle sind zwar unmittelbar nach dem Feuer bei Verwandten oder Bekannten untergekommen, aber das ist ja sicher kein Dauerzustand“, blickt Schmidt voraus.
Junge Familie in Not
Auch eine junge Familie, deren zwei Hunde während des Großfeuers von beherzten Einsatzkräften vor den Flammen gerettet werden konnten, war zunächst bei Familienangehörigen untergekommen. Das Paar hatte sich anschließend aber mit der Bitte um Hilfe bei der Wohnungssuche an Bürgermeisterin Alice Gerken gewandt. Diese hatte daraufhin Hauseigentümer dazu aufgerufen, der betroffenen Familie eine Wohnung anzubieten.
Mit Erfolg: „Ein Angebot ist inzwischen bei uns eingegangen, wir haben es an die Familie weitergeleitet“, vermeldet Gruhn.
