Ganderkesee - Das höchste Fest der Christenheit steht bevor – aber die Kirchen bleiben leer über die Ostern. In den Ganderkeseer Kirchengemeinden wurden für die Feiertage sowie auch die Wochen davor und danach sämtliche Gottesdienste abgesagt.
Die ev.-luth. Kirchengemeinde Ganderkesee hat mittlerweile ihr Kirchenbüro geschlossen – und auch die Friedhofskapelle an der Urneburger Straße. „Beerdigungen müssen ab sofort unter freiem Himmel stattfinden“, sagte die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, Pastorin Susanne Bruns, am Montag. Man werde mit den Familien vorher sprechen. Es solle ihnen zudem nahegelegt werden, die Trauergemeinde möglichst klein zu halten, so Bruns.
Auch Hochzeiten sind in den Kirchen bis auf Weiteres nicht möglich, Taufen ebenso wenig. Ob und wie die Konfirmationen gefeiert werden, will die ev.-luth. Kirchengemeinde in dieser Woche noch entscheiden. Bisher wurden sie nicht abgesagt, aber eine Verschiebung erscheint sehr wahrscheinlich. Die ersten Einsegnungsfeiern in Ganderkesee sollten am 18. und 19. April stattfinden – bis zu dem Wochenende sind die Gottesdienste ohnehin ausgesetzt.
Das trifft genauso für die kirchlichen Einrichtungen in Bookholzberg und Stenum zu. „Im Timotheus-Haus fallen alle Kreise aus“, teilt Sandra Tesch mit. Das gelte auch für den Seniorenkreis, den Singkreis und die Kirchenchöre. Auch der Seniorennachmittag an diesem Dienstag im Bookholzberger Dietrich-Bonhoeffer-Haus wurde gestrichen. Wie es in der Schönemoorer Gemeinde St. Katharinen aussieht, blieb am Montag aufgrund des Urlaubs von Pastorin Susanne Wöhler unklar.
Auch die katholische Kirchengemeinde St. Marien mit den Teilgemeinden St. Hedwig (Ganderkesee), St. Bernhard (Bookholzberg) und St. Michael (Stenum) hat bis auf Weiteres alle Messfeiern und andere Gottesdienste wie Frühschichten, Fastenpredigten und Andachten abgesagt. Die Treffen von Kinder-, Jugend- und Erwachsenengruppen fallen ebenso aus. Taufen und Beerdigungen, so heißt es, könnten „unter bestimmten Bedingungen“ stattfinden. Familien und Angehörige sollte dafür Sorge tragen, dass die Feiern möglichst im kleinen Kreis, am besten nur im engsten Familienkreis, stattfinden.
„Die Kirchen bleiben aber offen für das persönliche Gebet“, betonte Pfarrer Guido Wachtel. Man wolle zudem Lesepredigten auslegen und Gottesdiensthilfen für zuhause geben. Mit der Situation, Ostern ohne öffentlichen Gottesdienst zu feiern, müsse er sich noch arrangieren, gab Wachtel zu. „Aber wir sind jetzt in der Fastenzeit“, zitierte er den Trierer Bischof Stephan Ackermann, „und da kommt nun ein Verzicht auf uns zu, den sich niemand ausgesucht hat.“
