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Flugplatz Ganderkesee Wird 50 Jahre Alt Hier landen nichtnur Flieger gern

Ganderkesee - Piloten fliegen sowieso auf ihn, aber auch Fallschirmspringer, Drachenflieger oder Ballonfahrer gehen hier in die Luft, ebenso wissen Modellflugzeugbauer, Rennfahrer und Fahr­sicherheitst­rainer den Platz zu schätzen und Ausflügler, die gut speisen oder angenehm feiern möchten, kehren ohnehin ständig ein: Der Flugplatz in Ganderkesee bedient vielfältige Interessen und wird entsprechend oft angesteuert – nicht nur von Fliegern.

„Diese umfassende Infrastruktur ist unser großes Plus“, sagt Jochen Klein vom Airfield-Team. „Das schafft Synergien und sorgt für eine echte Stabilität.“ Deshalb sieht auch Dunja Schaffarczik, Prokuristin der Atlas Airfield GmbH, den Flugplatz „gut gerüstet für die Zukunft.“ Anlass für diese Zwischenbilanz ist ein Blick in die Vergangenheit: Der Flugplatz Ganderkesee feiert seinen 50. Geburtstag.

50 Jahre Flugplatz Ganderkesee – die wichtigsten Stationen

1969: Am 26. November wird der Flugplatz Ganderkesee genehmigt. Drei Jahre lang hatte Jochen Weyhausen-Sauer das Vorhaben vorangetrieben. 1970: Die ersten Hangars und Gebäude entstehen. Die Atlas Air Service AG wird gegründet. Anstelle der anfänglichen Graspiste wird eine 835 Meter lange Start- und Landebahn asphaltiert. 1972: Das Gelände wird um etwa vier Hektar erweitert. Erstmals findet ein Autorennen auf dem Flugplatz statt.1974: Das Airfield Hotel & Restaurant wird am 10. April eröffnet. Die Abflughalle und ein Verwaltungsgebäude werden errichtet. Auch eine Tennishalle entsteht. 1983 - 1992: Ultralight-Flieger, Fallschirmspringer und Ballonfahrer siedeln sich am Flugplatz an.1993 - 2003: Gründung diverser Flugschulen. Die Fallschirmspringerschule „Your Sky“ gilt als eine der Hauptattraktionen für Besucher. Veranstaltungen wie die Gewerbeschau oder die Atlas Race Days sorgen für Aufsehen.2008: Erstmals finden die Jet-Flugtage statt. 2012: Ralf Sauer, Sohn von Flugplatz-Gründer Jochen Weyhausen-Sauer, übernimmt die Geschäfte.

Vor allem auf Initiative von Jochen Weyhausen-Sauer, damals Leiter des Ganderkeseer Atlas-Werkes und begeisterter Hobbypilot, wurde Ende der 1960er-Jahre die Vision eines „Verkehrslandeplatzes der Klasse II“ im Westen von Ganderkesee wahr. Binnen weniger Jahre machte das „Atlas Airfield“ sich einen Namen nicht nur in Fliegerkreisen – zog aber immer wieder auch Proteste lärmgestresster Anwohner auf sich. Heute ist es um diesen Konflikt in jeder Hinsicht ruhiger geworden.

Großer Arbeitgeber

Mit rund 100 Beschäftigten in den verschiedenen Unternehmen unter dem Dach der Muttergesellschaft Weysa gehört der Flugplatz inzwischen zu den größten Arbeitgebern am Ort. Er ist auch nach wie vor der zentrale Firmensitz der Atlas Air Service AG, die als Händler und Wartungsbetrieb für Business-Jets an vier Standorten in Deutschland ansässig und weltweit im Geschäft ist.

Vor allem seit Ralf Sauer, der Sohn des Gründers, 2012 die Regie übernahm, ging die Entwicklung des Flugplatzes noch einmal rasant voran: Die Flugzeug-Tankstelle wurde übernommen, das Airfield Hotel & Restaurant aufwendig modernisiert, die Flugschul-Angebote wurden ausgeweitet und 15 neue Einzelhangars gebaut. 75 Flugzeuge können auf rund 9500 Quadratmetern Hangarfläche abgestellt werden, für gut 350 Piloten ist Ganderkesee der Start- und Landeplatz.

Auch als Ausflugsziel gewinnt das Airfield zunehmend an Bedeutung – einerseits wegen der renommierten Gastronomie, aber auch aufgrund zahlreicher Großveranstaltungen, die dort regelmäßig stattfinden. Gerade erst gab es die Gewerbeschau im Hangar West Eins, in guter Erinnerung ist auch noch das zweitägige Rock’n-Roll-Festival im vergangenen September. Einen guten Ruf in der Modellflug-Szene haben sich die „Jet-Flugtage“ erworben, die in diesem Jahr aber entfallen – und im nächsten wohl auch, denn die Airfield GmbH mag die Landebahn mit jährlich rund 15 000 Flugbewegungen maximal einmal im Jahr sperren. Das wird 2020 für die „Days of Speed“ geschehen, eine Nachfolge-Veranstaltung der Vintage Race Days, die von Rastede nach Ganderkesee verlegt werden.

„Wir wollen den Flugplatz und speziell den Hangar West Eins als Event-Location ausbauen“, erklärt Manfred Neugebauer, der sich für das Airfield-Team um entsprechende Vermarktungsmöglichkeiten bemüht. Mindestens eine Großveranstaltung pro Jahr werde angestrebt. Für Radtouristen soll der Flugplatz auch interessanter werden, dafür wünscht sich das Airfield-Team von der Gemeinde eine Verlängerung des Radweges an der Otto-Lilienthal-Straße.

Große Feier

Das 50-jährige Bestehen wird am Sonnabend, 22. Juni, groß gefeiert. Rund 600 Piloten, Geschäftspartner und weitere Freunde des Flugplatzes wurden eingeladen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht eine Show mit dem Ex-Unternehmer und begeisterten Piloten Reiner Meutsch, dessen Stiftung Fly & Help weltweit in Entwicklungsländern Schulen errichtet. Eine große Veranstaltung für die Öffentlichkeit ist zum Jubiläum nicht vorgesehen – aber die nächste Gelegenheit, ein großes Event auf dem Flugplatz zu besuchen, wird nicht lange auf sich warten lassen.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)
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