Ganderkesee - Ein zentraler Knotenpunkt in Ganderkesee wird sein Gesicht demnächst gravierend verändern: An der Ecke Mühlenstraße/Ring will die Vereinigte Volksbank ihr Gebäude von Grund auf sanieren und erweitern. Die angrenzende Ladenpassage „Alte Eiche“ sowie das daneben stehende Wohn- und Geschäftshaus werden abgerissen. Einen ersten Überblick über die Pläne gab der Vorstand am Dienstagabend auf der Vertreterversammlung.
„Wir sind zurzeit in der Grobplanung“, sagt Bank-Vorstand Oliver Frey. Zeichnungen und konkrete Kostenrechnungen gibt es noch nicht. Aber die Genossenschaftsbank weiß, was sie will: „Wir wollen ein Signal für Ganderkesee setzen und bekennen uns zu diesem Standort“, betonte Frey, als er gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Sascha Knaack das Vorhaben im Gespräch mit der NWZ vorstellte.
Die Nordwest-Zeitung hält noch die Stellung – ansonsten aber ist die Passage „Alte Eiche“ neben der Volksbank in Ganderkesee inzwischen verwaist. Die Volksbank als Eigentümer hat sich für den Abriss dieses Gebäudeteils sowie des daneben stehenden Hauses entschieden. Das bringt auch für die NWZ-Redaktion einen baldigen Ortswechsel mit sich. Vermutlich ab Mitte September wird die „Zeitung für Ganderkesee“ im früheren Kaufhaus von Seggern, Rathausstraße 19, ansässig sein.
Bereits umgezogen ist das bisher in der Passage gelegene Hörgeräte-Studio „Riedel Hören“: Seit dieser Woche befindet es sich in den neuen Räumen im sogenannten Mierke-Haus, Im Knick 2. Der Ergotherapeut Stefan Pieper hatte seine Praxis bereits im vergangenen Jahr aus der Passage „Alte Eiche“ in die Rathausstraße 10 verlagert.
Die Freien Wähler, deren Geschäftsstelle bisher im Erdgeschoss des angrenzenden Hauses untergebracht war, ist nur ein paar Häuser weiter gezogen: Das Büro befindet sich jetzt in der Mühlenstraße 13. Und der „Ganter-Service“, der im früheren Kiosk an der Mühlenstraße Technik-Dienstleistungen und Ticketverkauf anbot, macht dies nun im ehemaligen Weltladen, Wittekindstraße 10.
Es werde „einen deutlichen Eingriff in die Substanz des Gebäudes“ geben, kündigten die Vorstände an. Der älteste Teil des Bankhauses stamme aus den 30er Jahren, mehrfach sei angebaut und die Schalterhalle zuletzt 2010 renoviert worden. Es gebe unterschiedliche Höhen und daher viele Treppen. Barrierefreiheit ist nicht gegeben, Energieeffizienz auch nicht. „Aber die Bausubstanz wurde von Experten als gut eingeschätzt“, erklärte Frey, deshalb bleibe das Haus im Kern erhalten.
Platz zur Mühlenstraße
Anders verhält es sich mit den angrenzenden Gebäuden. Die Passage und das Wohnhaus an der Mühlenstraße – beide hatte die Volksbank 2014 erworben – seien baulich in einem zu schlechten Zustand, um sie weiter nutzen zu können. Wegen der Erweiterung des Bankgebäudes hätten sie nicht unbedingt weichen müssen, ausgebaut werden soll eher nach Süden hin, in Richtung des Parkplatzes. Dem Bereich an der Mühlenstraße will die Bank laut Frey „mehr Luft verschaffen“: Dort solle ein Platz mit viel Grün entstehen, ähnlich wie vor dem Rathaus auf der anderen Straßenseite.
Stark verändern wird sich aber auch die Fassade des Bankgebäudes, die zum Ring hin sehr massig und kompakt wirkt. „Sie wird offener und transparenter“, kündigte Frey an, es solle mehr Licht ins Innere gelangen. Die generelle Linie sei, „Traditionelles und Modernes zu verbinden“. Möglichst noch vor Ende dieses Jahres solle mit dem Abriss der Gebäude begonnen werden, ehe es an die Kernsanierung des Bankhauses geht. Den Wiedereinzug streben die Bankvorstände für den Frühsommer 2021 an.
Beengte Verhältnisse
Genutzt werden soll das sanierte und erweiterte Gebäude ausschließlich für Zwecke der Bank. Ladenlokale oder Mietwohnungen seien darin nicht geplant. „Wir brauchen den Platz“, sagten Oliver Frey und Sascha Knaack. Nach der Fusion der Volksbanken Ganderkesee-Hude und Bookholzberg-Lemwerder zur Vereinigten Volksbank seien die räumlichen Verhältnisse trotz der Verteilung auf vier Bankhäuser zunehmend beengt. Am Standort an der Gustav-Weißkopf-Straße im Gewerbegebiet Westtangente, wo 30 Mitarbeiter der internen Verwaltung in einem ehemaligen Firmengebäude untergebracht sind, soll aber festgehalten werden.
Weitere Pläne offen
Ob auf dem Eckgrundstück Mühlenstraße/Ring weitere Bauten entstehen, ist noch offen: „Über den hinteren Bereich müssen wir uns noch Gedanken machen“, meinte Oliver Frey. „Dort stellt sich sicher irgendwann die Frage, was wir noch für den Ort machen können.“
