Garrel - Historisch ist das Ergebnis wohl zu nennen. Mit 63,2 Prozent ist Thomas Höffmann („Wählerbündnis pro Garrel“, Kandidat der Opposition im Garreler Gemeinderat) am Sonntag zum neuen Bürgermeister gewählt worden. Schon als die ersten Ergebnisse einliefen, zeigte sich eine Tendenz, die sich am Ende bestätigten sollte. Lag Höffmann in Petersfeld „nur“ mit knapp zehn Prozentpunkten vorne, wurde der Vorsprung nach und nach deutlich größer – letztlich betrug die Distanz zum CDU-Kandidaten Martin Backhaus mehr als 40 Prozent. Den Spitzenwert erreichte Höffmann in Falkenberg mit 79,8 Prozent.
„Ich bin überwältigt“, sagte Thomas Höffmann in einer ersten Reaktion nach der Wahl. Mit einem solchen Vorsprung habe er nicht gerechnet. Er war – ebenso wie die übrigen drei Kandidaten – fest von einer Stichwahl ausgegangen. „Nun sind wir in Garrel angekommen“, sagte Höffmann und bezog auch seine Frau Martina und seine zwei Kinder Lea und Tom mit ein. Eine lange Schlange an Gratulanten bildete sich.
Ergebnisse der Wahl im Überblick
Höffmann kündigte an, künftig im Rat auch mit der CDU sachorientiert zusammenarbeiten zu wollen. Nun gelte es, „die Herausforderungen anzugehen.“
Tief enttäuscht ob seines Debakels zeigte sich der CDU-Kandidat Martin Backhaus nach der Wahl. Woran es gelegen habe, vermochte Backhaus zunächst nicht zu beurteilen. Er habe aber mit einer höheren Wahlbeteiligung – die lag bei 57,1 Prozent – gerechnet. Möglicherweise habe er es nicht geschafft, seine Wähler zu mobilisieren. Das Ergebnis müsse er zunächst verarbeiten. Er habe vor der Wahl die Wahrnehmung gehabt, Kopf an Kopf mit Thomas Höffmann zu liegen. Alle Kandidaten lobten den fairen Umgang miteinander während des Wahlkampfs.
Der unabhängige Kandidat Detlev Buschenlange sprach von einem „eindeutigen Ergebnis“, das er zu akzeptieren habe und dankte seinen Helfern für die Wahlkampfunterstützung. Enttäuscht vom Wahlausgang zeigte sich auch der Grünen-Kandidat Reinhard Meyer, betonte aber: „Ein guter Mann kommt ins Rathaus.“
Die Bürgermeisterwahl war notwendig geworden, weil die im Gemeinderat vertretenen Fraktionen ein Abwahlverfahren gegen Bürgermeister Andreas Bartels initiiert hatten. Der war mit seinem Rücktritt einem formalen Abwahlverfahren zuvor gekommen und hatte diesen Schritt mit „gesundheitlichen Problemen“ begründet.
