Gehlenberg/Barßel/Ramsloh - „Not macht erfinderisch“ – Selten hat dieses Sprichwort in den letzten Jahren so gut gepasst, wie momentan. Immer mehr Menschen entwickeln Ideen, wie sie einander in der Corona-Krise helfen können. Und auch immer mehr Geschäftsleute ziehen mit.
Wurstwaren Meemken
Zu ihnen gehört der Wurstwarenladen Meemken und Sandmann in Gehlenberg. Seit Anfang der Woche bieten sie einen Lieferservice an. „Normalerweise versorgen wir auch die Gastronomie mit unserer Ware. Das fällt jetzt weg. So haben wir Kapazitäten mit Fahrern und Fahrzeugen, um die Leute zu Hause zu beliefern“, sagt Marketingleiterin Maria Wielenberg. Welche Waren in welchen Mengen und zu welchen Preisen geliefert werden, ist im Internet unter dem Link www.meemken.de/lieferservice einsehbar. Das Angebot reicht von Fleisch- und Wurstprodukten, über Fisch und Salate bis zu Eiern, Kartoffeln und Suppen.
„Mit dem Lieferangebot wollen wir die Menschenmenge entzerren und Risikogruppen schützen“, sagt Wielenberg. Deshalb werde zur Zeit an neuen Bezahlmöglichkeiten gearbeitet. Neben Bargeld soll die Bezahlung schon bald per Paypal oder mobilem EC-Gerät möglich sein.
Der Mindestbestellwert liegt bei 30 Euro, zuzüglich 5 Euro Anfahrtskosten. Geliefert wird im Umkreis von 30 Kilometern. Treffen die Bestellungen bis 16 Uhr ein, wird die Ware am nächsten Tag ausgeliefert. Zu erreichen ist der Lieferservice unter
Cosmas-Apotheke
Einen besonderen Service bietet auch Henning Schünemann in seinen Apotheken in Barßel und Ramsloh an. Dort gibt es jetzt einen Autoschalter. Die Patienten können direkt mir ihrem Rezept an den Autoschalter fahren und ihre Medikamente abholen. „Wenn sich die Leute krank fühlen, sollen sie nicht persönlich in unsere Apotheke kommen. Deswegen haben wir uns mehrere andere Methoden einfallen lassen“, sagt der Apotheker.
Neben dem Autoschalter kann man Rezepte über Apps fotografieren und das gewünschte Medikament kommt dann über einen kostenlosen Lieferservice nach Hause. „Wir liefern vormittags aus, bei Dringlichkeit aber auch noch abends am selben Tag“, so Schünemann weiter.
Aber auch in den Apotheken selbst hat sich in den vergangenen Tagen einiges verändert. Gleich am Eingang wartet der Desinfektionsspender auf die Kunden – keiner kommt an ihnen vorbei. Danach heißt es: Abstand halten. Dafür sind mit Absperrband Quader auf den Boden markiert, wo Kunden warten sollen. Auch zwischen Angestellten und Kunden gibt es jetzt eine Art Mauer – Glasscheiben an den Theken dienen vorübergehend als Spuckschutz. „Wir merken natürlich, dass sich der Betrieb in den vergangenen Tagen deutlich erhöht hat. Deswegen sind alle Schutzmaßnahmen auch sehr wichtig“, so Schünemann.

