Grabstede - Was für ein Tier ist das nur, das die Kohlrabi-Blätter im Gewächshaus annagt? Werner Gröning vom Bund für Umwelt und Naturschutz wunderte sich, wer es sich in seinem Garten in Grabstede schmecken ließ. „Ich hatte noch eine Wildkamera und habe sie im Gewächshaus aufgestellt. Und die Kamera hat dann die Mäuse fotografiert“, sagt der 73-Jährige. Da bemerkte er erst, wie sehr der Boden in seinem Garten von Mäuselöchern durchsiebt war. „So viele Mäuse wie in diesem Jahr haben wir noch nie gehabt“, sagt Werner Gröning.

Es bleibt dem Hobbygärtner nichts anderes übrig, als die Mäuse zu fangen. Natürlich ist Werner Gröning ein großer Naturfreund – er ist bekannt von seinen fachkundigen Fledermauswanderungen und von seinem tatkräftigen Einsatz beim Bau von Insektenhotels. Aber die Mäuseplage müsse er versuchen, einzudämmen. „50 Stück haben wir in den vergangenen Wochen im Garten gefangen“, sagt Werner Gröning. „Das ist wirklich viel.“ Seine Frau Ulla findet Mäuse eher unappetitlich. „Im Haus haben wir sie zum Glück nicht. Ich passe auch immer auf, dass die Tür zu ist.“  Zwölf Fallen hat Werner Gröning im Garten verteilt. „Das geht gar nicht anders“, sagt er.

Kreislandwirt Hartmut Seetzen bestätigt: „Ja, die Mäuse sind auf den Moor- und Marschflächen im Moment sehr stark verbreitet. Die haben den Sommer schon sehr genossen.“ Die Mäuse hätten sich in so großer Zahl vermehrt, weil der vergangene Sommer so trocken und der Winter so mild gewesen sei. „Die einzige Möglichkeit, Mäuse zurückzudrängen, sind starke Niederschläge und anschließender Frost.“ Nur, wenn das in diesem Winter eintritt, wird die Mäusepopulation wieder zurückgehen. „Aber erstmal müssen wir damit leben, dass die uns das Gras wegfressen.“

Sandra Binkenstein
Sandra Binkenstein Thementeam Soziales