Navigation überspringen
nordwest-zeitung

Wiefelsteder Landwirte Sorgt Das Milde Wetter Es grünt mitten im Januar

Jens Schopp

Gristede - Wenn die Gristeder Landwirtin Johanna Eyting in diesen Tagen durch ihren Garten geht oder auf die Felder gegenüber ihres Hofes blickt, kommen in ihr schon ein wenig die Sorgen hoch. „Eigentlich müssten wir jetzt Minusgrade haben, damit für die Pflanzen eine Winterruhe da ist. Und die Natur braucht sie auch“, sagt die Gristeder Landwirtin. Aber davon ist nichts zu spüren. Im Gegenteil: Das Thermometer zeigte gestern Mittag neun Grad plus. Viel zu warm für einen Tag fast Mitte Januar. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren sei dieser Januar in Niedersachsen bereits jetzt um drei Grad zu warm, hieß es am Donnerstagabend im Wetterbericht des Fernsehens.

Folgen schon jetzt

Das habe jetzt schon Folgen, weiß Johanna Eyting. Man sehe es deutlich an der Azalee. „Die ist extrem weit. Eigentlich müsste die Knospe noch Hüllblätter tragen.“ Aber die sind bereits weg. Die schützen das Grün darunter vor Frost. Wenn der jetzt käme, wäre es mit der Blüte im Frühjahr wohl dahin. Oder gleich daneben die Rudbeckia, auch Sonnenhut genannt: Die Blüte steht immer noch. Sie blüht im Spätsommer leuchtend gelb. „Die Blüte müsste längst verfroren sein“, sagt Johanna Eyting. Und in einem anderen Beet stecken die ersten Schneeglöckchen-Triebe die Köpfe aus der Erde. „Die sind erst im Februar dran.“

Was im Ziergarten merkwürdig vorkommt, kann auf den Feldern am Ende ins Geld gehen. Beispiel das Wintergetreide: Das braucht den Frost und die Winterruhe, damit es sich im Frühjahr kräftig ausbilden kann.“ Wenn es jetzt schon die Kraft in den Halm stecke, würde der Ertrag geringer ausfallen. Wüchsen Wintergerste oder -weizen noch weiter und die Temperaturen gingen richtig in den Keller, seien Ausfälle zu befürchten. Sommergetreide müssten dann nachgesät werden. Zudem drohe schon bei diesen Plusgraden Pilzbefall am Getreide, erklärt Johanna Eyting. Und noch etwas treibt die Landwirte mit Sorge um. „Starke Fröste dezimieren auch Insektenschädlinge.“ Da die bisher nicht vorhanden waren, könnten jede Menge Pflanzenschädlinge gut über den Winter kommen. Zum Leidwesen nicht nur der Landwirte im Ammerland.

Kartoffeln keimen imm Lager

Wirtschaftlicher Schaden kann Familie Eyting auch im Kartoffellager entstehen. Das verfügt über keine mit Strom betriebene Kühlung. „Wir ziehen am Abend die kalte Luft von außen in das Lager.“ Nur werde die Luft zurzeit auch nächtens nicht so kalt, dass im Depot eine Temperatur von vier Grad erreicht wird. Die ersten Kartoffeln beginnen schon zu keimen. „Wenn die Keime weiter wachsen, dann können wir die Knollen irgendwann nicht mehr in unsrem Hofladen verkaufen“, weiß die Bauersfrau.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

POSITIVES VOTUM Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH – Rießelmann spricht von „Happy End“

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden