Hannover/Aurich - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) macht den angekündigten Abbau von rund 3000 Stellen beim Auricher Windkraftanlagen-Hersteller Enercon zur Chefsache. Er will möglichst viele Arbeitsplätze erhalten und den Stellenabbau sozialverträglich gestaltet.
Die Krise im deutschen Windkraft-Sektor hat Enercon voll erwischt. Das Marktvolumen reduzierte sich laut Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig in diesem Jahr um knapp 90 Prozent. Nun sind allein in Ostfriesland etwa 1500 Stellen in Gefahr, rund 1500 weitere sind es in Magdeburg.
Stephan Weil (SPD) Bild: Stratenschulte/dpa
Dabei soll auch die schwierige Lage der Windenergiebranche insgesamt thematisiert werden. Gesprochen werden soll unter anderem über notwendige Schritte zur Veränderung der Rahmenbedingungen für den Neubau und die Modernisierung von Windenergieanlagen.
Am Dienstag wurde bekannt, dass die von Energieminister Lies (Sande/Kreis Friesland) massiv kritisierte Regelung für den Mindestabstand von 1000 Metern zwischen Windrädern und Wohnsiedlungen nach einem Gesetzentwurf aus dem Haus von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bereits gelten soll, wenn mehr als fünf Wohngebäude zusammenstehen. Die Grünen im Landtag fordern die Landesregierung auf, sich über den Bundesrat deutlich gegen den geplanten Mindestabstand einzusetzen.
Lesen Sie auch : Althusmann sieht Enercon in der Pflicht
Nach dem Gespräch am Mittwoch in Hannover wollen Weil und seine Minister vor die Presse treten. Ob sich auch Enercon-Chef Kettwig den Fragen der Journalisten stelle, sei noch unklar. Am Samstag will Weil in Aurich mit Arbeitnehmervertretern, Beschäftigten und Enercon-Subunternehmern sprechen.
Wirtschaftsminister Althusmann hat bereits für diesen Mittwoch zu einem runden Tisch nach Aurich eingeladen. Gemeinsam mit Aurichs Landrat Olaf Meinen, den örtlichen Landtagsabgeordneten, Vertretern der IG Metall Küste und der Agentur für Arbeit Emden-Leer sowie der Enercon-Geschäftsleitung will er nach Lösungen für die Krise suchen.
