Harkebrügge - Schönes rotbraunes Fell, lange weiße Hörner, weiße Schwanzquaste und dunkle und harte Klauen. Diese äußeren Merkmale machen eine ganz besondere Rinderart aus. Sie beschreiben das Harzer Höhenvieh oder auch Harzer Rotvieh, eine Rinderrasse aus dem Harz. Insgesamt elf davon, vier Kühe, drei Rinder und zwei Bullen, drehen seit diesem Jahr aber auch in Harkebrügge ihre Runden auf den Weiden. Sie haben auf dem Hof Ideler am Erikaweg ein neues Zuhause gefunden.
„Ich nutze hier aber nur das Fleisch der Tiere. Für eine Milchviehhaltung ist diese Rinderart nur bedingt geeignet“, sagt Lena Ideler. Wer das Fleisch ihrer Rinder haben möchte, kann sich aber nicht irgendwelche Stücke aussuchen. „Wenn, dann verkaufen wir nur Fleischpakete und keine Einzelteile. Wir wollen hier das ganze Tier verwerten“, sagt die junge Landwirtin.
Wichtig ist ihr ebenfalls, dass auch Kinder einen bewussten Bezug zur Natur haben. Dafür hat sich die 27-Jährige ein Jahr lang in Schleswig-Holstein zur Bauernhofpädagogin ausbilden lassen. „Die Kinder sollen lernen, wo das Fleisch herkommt. Das ist ganz wichtig, damit der Nachwuchs nicht den Bezug zur Natur und dem Tier verliert“, sagt Lena weiter, die mit auf dem elterlichen Hof arbeitet. Um den Bezug zu stärken, waren auch bereits Kindergärten und Schulklassen auf dem Hof zu Besuch.
Ihr zweites Standbein mit Hühnern hat sich die 27-Jährige schon im Juni vergangenen Jahres aufgebaut. Auf einer Fläche an der Carolinenhofstraße hat die junge Landwirtin einen mobilen Hühnerstall mit Freilauffläche angelegt. Dort kann man sich seit etwas mehr als einem Jahr ein Huhn mieten. „Der Vertrag geht entweder über fünf oder zehn Monate“, sagt die gelernte Industriekauffrau. Inklusive sind natürlich alle sechs Eier, die das Huhn in der Woche legt. Wer sich für eine zehnmonatige Miete entscheidet, bekommt im Anschluss das fertig zerlegte Tier als Suppenhuhn. „Auch diese Variante haben in den vergangen Monate viele Kunden genutzt“, sagt Lena.
Doch ganz friedlich konnten die Hühner am Carolinenhof nicht leben. „Der Fuchs hat gerade im letzten Jahr ordentlich zugeschlagen. Ganze 18 Hühner hat er allein im letzten Jahr getötet“, ärgert sich Lena. Auch in diesem Jahr gab es schon einige Opfer. Insgesamt sind gerade noch 60 Hühner in ihrem mobilen Stall zu Hause – 40 davon sind aktuell vermietet.
