Hude - Durch verdichtete Bebauung hat der zentrale Bereich von Hude-Süd in Bahnhofsnähe in wenigen Jahren sein Gesicht schon stark verändert. Wohnungen in fußläufiger Nähe zum Bahnhof sind sehr stark nachgefragt. Ideal ist die Lage für Pendler, die die guten Zugverbindungen nutzen, wenn sie in Oldenburg oder Bremen arbeiten.
Und deshalb planen Investoren jetzt auch auf dem Grundstück der ehemaligen Bäckerei Spanhacke an der Ecke Hohelucht/Schützenstraße, ein großes Wohnbauprojekt. Architekt Arne Matthes stellte das Projekt jetzt im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt vor.
Geplant sind laut Matthes sechs Gebäudekörper, jeweils zwei davon sind verbunden. Zweigeschossig mit ausgebautem Staffelgeschoss und Tiefgarage soll die Ausführung sein.
Es sollen je nach den Wünschen der Erwerber der Eigentumswohnungen, die selber bezogen oder vermietet werden können, unterschiedliche Wohnungsgrößen von etwa 58 bis hin zu 160 Quadratmetern möglich sein. „Die Grundrisse sind sehr variabel“, so der Architekt. Auch „Townhouse“-Wohnungen über mehrere Etagen sind eine Idee.
Je nachdem, wie groß die Wohnungen ausfallen, geht der Architekt davon aus, dass es am Ende etwa 26 bis 33 Wohneinheiten in dem gesamten Komplex sein werden. Im unteren Bereich, zur Schützenstraße, sind zudem zwei Gewerberäume geplant.
Passt ins Dichtemodell
Das Vorhaben passt in das gerade erst verabschiedete Dichtemodell und den Bebauungsplan der Gemeinde Hude. Dass es trotzdem in die Gremien gekommen ist, liegt einzig und allein an dem Wunsch der Investoren, die in diesem Bereich vorgeschriebene Mindestdachneigung von 35 Grad nicht einzuhalten und statt eines Spitzdachs das Projekt mit begrünten Flachdächern umzusetzen. Und in diesem Punkt muss die Gemeinde die Abweichung genehmigen.
Regenrückhaltung, besseres Mikroklima, sommerlicher Wärmeschutz, besser für Insekten – der Architekt benannte die Vorteile eines Gründachs, das aus Substraten, Moosen und Gräsern aufgebaut werde.
Den ersten Skizzen sollen bald konkrete Entwürfe folgen. Da es sich um ein Bauprojekt an exponierter Stelle handele, wünschte sich Heiko Aschenbeck (SPD) „architektonisch ein bisschen Fantasie“. Er sprach von einem gewaltigen Eingriff in die bisherige Struktur. „Wohnkasernen haben wir genug“, meinte Aschenbeck. Die Investoren seien sich der Bedeutung der Lage des Objekts schon bewusst, erklärte der Architekt dazu.
„Das passt in die Landschaft“, meinte hingegen Dieter Dalle (FDP) zu dem Projekt. Hier werde zentrumsnaher Wohnraum geschaffen, innerhalb der von der Gemeinde gemachten Vorgaben. Ähnlich sah es auch Dirk Vorlauf (CDU). Fachbereichsleiterin Martina Schneider musste noch einmal klarstellen, dass es lediglich um die Erlaubnis gehe, ein begrüntes Flachdach zu wählen. Wenn das nicht wäre, hätte man es gar nicht auf die Tagesordnung gesetzt. Bei vier Enthaltungen der SPD stimmte der Ausschuss dem Gründach zu. Das letzte Wort hat jetzt der Verwaltungsausschuss.
Großzügige Tiefgarage
Die Einfahrt zur sehr großzügig geplanten Tiefgarage soll laut Matthes von der Schützenstraße aus erfolgen und neben dem Grundstück des Schützenvereins verlaufen, die Ausfahrt über die Straße Hohelucht.
Dass mit Tiefgaragenplätzen geplant werde, fand Karin Rohde, Fraktionschefin der Grünen, sehr gut. Das sei überfällig für solche Bauvorhaben in der Gemeinde.
Laut Architekt Matthes haben die Investoren auch schon mit dem benachbarten Schützenverein gesprochen. Der Schützenverein wisse, was da geplant sei. Von Michael Grashorn (Grüne) kam die Frage, ob denn bei so vielen Wohnungen so dicht am Schützenplatz das Schützenfest vielleicht irgendwann nicht mehr stattfinden könne, weil es Klagen gebe.
Das lasse sich planungsrechtlich nicht lösen, sagte dazu Bürgermeister Holger Lebedinzew. Der Architekt meinte, wer am Schützenplatz eine Wohnung beziehe, wisse auch, dass dort ein Schützenfest stattfinde.
