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Tennis Wenn die Spielordnung zum Gegner wird

Hude - Die Vorfreude auf die Tennis-Wintersaison war im Lager des Huder TV durchaus groß. Die erste Mannschaft befand sich praktisch im Höhenflug, war auf Antrag sogar in die Verbandsliga eingestuft worden. Dort beginnt an diesem Mittwoch die neue Saison – doch ausgerechnet auf seine beiden besten Spieler sowie weitere Akteure darf das Team nun nicht zurückgreifen.

„Das tut mir unheimlich leid für unsere Jungs – sowohl für die, die nicht mehr spielen dürfen, als auch für die, die jetzt ran müssen und sicherlich das eine oder andere Mal Prügel bekommen“, sagt der Vorsitzende des Huder Tennisvereins (HTV), Jochen Koberg.

Zwei Ligen übersprungen

Rückblick: Nachdem die Huder in der vergangenen Hallensaison die Meisterschaft in der Bezirksklasse errungen hatten und somit in die Bezirksliga aufgestiegen waren, freute sich das Team auch noch über starke Neuzugänge. Tim Richter und Ahmad Hamijou, die bereits in der 2. Bundesliga gespielt haben, schlossen sich den Hudern an. Aufgrund des deutlich erhöhten Leistungsvermögens stellte der Verein dann auch direkt für die neue Hallensaison einen Antrag, in der Verbandsliga eingestuft zu werden. Der Tennisverband Niedersachsen-Bremen (TNB) stimmte zu – Hude hatte somit gleich zwei Spielklassen übersprungen. „In der Verbandsliga hätten wir in der geplanten Besetzung sicherlich auch sehr gut mithalten können“, sagt Mannschaftsführer Max-Niclas Müller. Doch ahnte der Verein nicht, dass ausgerechnet die absoluten Leistungsträger Richter und Hamijou gar nicht spielberechtigt sein würden. Der Grund: Beide Akteure waren in dieser Saison bereits im Herren-30-Team des Huder TV in der Verbandsklasse zum Einsatz gekommen. Das Mitwirken in einer zweiten Altersklasse war ihnen somit untersagt.

Geregelt ist dieser Fall in der Wettspielordnung des TNB im Paragraf 12 zum Thema Spielberechtigung, wenn auch etwas umständlich. Dort heißt es in Absatz zehn im Wortlaut: „Spieler, die in einer Mannschaft ab Verbandsklasse aufwärts an den ersten vier (...) Positionen gemeldet sind, dürfen nur in einer zweiten Altersklasse gemeldet werden (...), wenn die Spielklasse der zweiten Altersklasse gleich oder höher ist und der Spieler nicht unter den ersten Vier (...) gemeldet wird.“

Mehrere Spieler betroffen

Dass im Fall des Huder TV beide Mannschaften auf Verbandsebene spielen, wird somit zum Verhängnis – und heißt in einfacher Übersetzung: Alle Akteure, die in diesem Winter schon für die Herren 30 in der Verbandsklasse im Einsatz waren, dürfen nun nicht mehr für das Verbandsligateam der Herren spielen. Neben Richter und Hamijou betrifft das auch noch Henri Hornauer, Moritz Tschörtner und Jens Peter Pielok.

„Das hätten die Huder allerdings im Vorfeld wissen müssen“, erklärt Natalie Werner, Koordinatorin für den Punktspielbetrieb im NTB. Dabei interessiere den Verband weniger die Alters- als die Spielklasse der betroffenen Akteure. Somit ziehe auch das Argument aus Hude nicht, wo die eigentlich älteren Spieler „über 30“ in der „normalen“ Herrenklasse spielen wollten.

Kurzfristige Änderung

Was Jochen Koberg an diesem Vorfall besonders ärgert, ist die Tatsache, dass die Regularien scheinbar kurzfristig geändert wurden. „Nach der alten Wettspielordnung vor einem Jahr hätten noch alle gedurft“, ist der HTV-Vorsitzende überzeugt. Somit sei der neue Wortlaut im Reglement bei der Planung der eigenen Saison auch gar nicht bekannt gewesen. „Wenn wir uns natürlich ständig über jede noch so kleine Änderung in der Wettspielordnung informieren würden, hätten wir es wissen können“, gibt er zu.

Nichtsdestotrotz stellt sich der Huder TV der Herausforderung Verbandsliga. Der Gedanke, die Mannschaft zurückziehen, sei ebenso verworfen worden wie die Alternative, „irgendwelche Strohmänner mit stärkeren Leistungsklassen“ aufzubieten, so Koberg. Denn dann, so die Spielordnung, hätten die betroffenen Huder Spieler ab Position fünf ebenfalls für das Team gemeldet werden können. „Aber solche Experimente wären auch nicht im Sinne der Sache gewesen“, so der Vorsitzende. Insgesamt sei man in Hude, was die Nachwuchsgewinnung angehe, auf einem sehr guten Weg. „Wir können die Lücke zwischen den Herren und der Jugend aber nicht so schnell schließen, wie es jetzt nötig wäre.“

Somit werden nun in erster Linie Max-Niclas Müller, Carl Hagen Vienenkötter, Jamiro Timmermann und Timo Droste in die Bresche springen und das Beste aus der Situation machen. „Wir werden alles versuchen“, kündigt Müller an. „Es ist aber eine starke Staffel. Vielleicht können wir die eine oder andere Überraschung schaffen.“ An diesem Mittwoch (17 Uhr) gastiert der TC GW Rotenburg II in der Tennishalle am Vielstedter Kirchweg. Weitere Gegner sind der Bremerhavener TV, TC Falkenberg und Bremer TV II.

KOMMENTAR Keine optimale Regelung

Michael Hiller
Michael Hiller
Michael Hiller Redaktion Wildeshausen (Lokalsport)
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