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Jan Josef Liefers zur ZDF-Serie „Tod von Freunden“: „Die Rolle selbst war schon eine Herausforderung“

05.02.2021
Frage: Herr Liefers, wonach wählen Sie Ihre Rollen aus? Was ist der Impuls, wo Sie sagen: Das Projekt? – „Ja!“ Und das? – „Nein!“?

Liefers: Es ist ein bisschen ­Erfahrung und ein bisschen ­Intuition. Erstens das Drehbuch. Ich frage mich, würde ich diese Geschichte gern sehen ­wollen? Dann kommt die Rolle. Möchte ich gern derjenige sein? Gern seine Texte sprechen? Tun, was er tut? Dann schaue ich, wer macht den Film? Wer produziert, wer führt Regie? Passt das Budget zum Film? Kann ich da, hab ich Zeit? Manchmal treffen sich auch einfach nur die ­richtigen Leute und sagen, lass uns was zusammen machen. Wenn die was draufhaben, wird etwas Gutes rauskommen.

Frage: Hatten Sie bereits beim Lesen des Drehbuchs von „Tod von Freunden“ einen Spielimpuls?

Liefers: Das war von Anfang an so! Die Idee, eine Geschichte aus den verschiedenen Perspektiven der Hauptfiguren zu erzählen, und immer denkt man, jetzt wüsste man alles, und immer kommt doch noch was entscheidendes ­dazu, hat mir sofort gefallen.

Frage: Viele Menschen sind mit klassischen deutschen Familienserien wie die „Drombuschs“ oder „Dolles Familienalbum“ aufgewachsen, die Idealbilder von Familien zeigten. Ist „Tod unter Freunden“ eine zeitgemäße Familiensaga?

Liefers: Die Sehnsucht nach einer heilen Welt ist ja nachvollziehbar. Und wenn es sie schon nicht in der Wirklichkeit gibt, dann suchen sie eben manche in Filmen. Probleme gibt es, aber sie werden immer gelöst, am Ende gibts ein Happy End. Die Wahrnehmung der Welt hat sich seitdem vehement und rapide geändert, die Schmerzgrenzen haben sich verschoben. Die erfolgreiche Neuauflage der Serie als moderne Erzählform, die mit langem Atem wieder menschlicheres Tempo ermöglicht, ist die Folge einer Sehnsucht. „Tod von Freunden“ spielt ­damit, ja das würde ich schon sagen.

Anna Loos und Jan Josef ­Liefers. BILD: Wendt

Perfekte Fassade zweier Familien bröckelt

In dem raffiniert inszenierten Siebenteiler „Der Tod von Freunden“ (ab 7. Februar im ZDF) mit Jan Josef Liefers und Katharina Schüttler verschwindet ein 15-Jähriger eines Nachts bei einem Segeltörn in Dänemark. Alle vermuten, der Junge sei über Bord gefallen und ertrunken. Doch von seiner Leiche keine Spur. Von diesem Zeitpunkt an bröckelt die perfekte Fassade zweier eng befreundeter deutsch-dänischer Familien. Jede Folge wird aus einer anderen Perspektive erzählt und treibt gleichzeitig die Geschichte voran.

Jan Josef Liefers wurde als Sohn des Regisseurs Karlheinz Liefers und der Schauspielerin Brigitte Liefers-Wähner am 8. August 1964 in Dresden geboren. Jan Josef Liefers spielte zuerst in Berlin und Hamburg Theater, eher er 1989 seine filmische Laufbahn mit „Die Besteigung des Chimborazo“ begann. Die preisgekrönten „Tatort“-Folgen aus Münster mit Liefers als Professor Boerne zählen zu den beliebtesten der Fernsehreihe. Jan Josef Liefers ist auch Musiker und hat bislang sechs Alben veröffentlicht. Er ist mit der Schauspielerin Anna Loos verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder und lebt in Berlin.

Frage: Ihr Beruf hat ja damit zu tun, sich sehr intensiv mit den Menschen auseinanderzusetzen. Wie würden Sie die Motivation und psychischen Hintergründe Ihrer Figur Bernd Küster beschreiben?

Liefers: Bernd ist recht einfach gestrickt. Seine Frau ist kreativ, künstlerisch begabt, sie war Tänzerin und entstammt einer ganz anderen Welt als Bernd. Er ist eher ein Zahlenmensch, von Beruf Ingenieur und Statiker. So betrachtet er auch sein Leben. Er hat Prinzipien, und es gibt wenig Raum für Eskapaden. Aber er ist ­deshalb auch ein Fremdkörper in dieser Gemeinschaft von Freunden. Als die Tragödie ­geschieht, findet er keinen ­anderen Weg in die Trauer um ­seinen Sohn, als akribische Nachforschungen und die Frage nach einem Schuldigen. Damit zerstört er beinahe sein liebgewonnenes Leben und die Freundschaft der Familien, aber er bringt auch einen Stein ins Rollen, der vieles mit sich reißt. Mehr und mehr ­Geheimnisse kommen ans Licht und ganz am Ende der letzten Folge auch die ganze Wahrheit, die Bernd immer so wichtig war.

Frage: Hat Ihnen die Figur Möglichkeit gegeben, Dinge zu tun, die Sie überhaupt noch nie gemacht haben?

Liefers: Oh ja! Kajak-Polo zu lernen, mitsamt der Kenterrolle! Endlich einmal Dänemark besser kennenzulernen. Texte auf Dänisch zu sprechen, was mir zum ersten Mal im Leben sehr schwer gefallen ist. ­Ansonsten habe ich mit Fremdsprachen kein Problem.

Frage: Was war für Sie die größte Herausforderung bei den Dreharbeiten?

Liefers: Das Wetter im Herbst und Winter oben im deutsch-dänischen Grenzgebiet. Und natürlich die Rolle selbst, Bernds Schmerz, seine ­wachsende Wut, seine Hilflosigkeit und Verzweiflung. Ich bin eigentlich kein Schauspieler, der sowas mit nach Hause nimmt, aber hier war das ­mitunter anders.

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