Jeverland - Seit Montag sind im ganzen Land Schulen und Kindertagesstätten geschlossen. Wie lange die „Corona-Ferien“, die auch die Osterferien überlagern, dauern werden, ist ungewiss. Die Landesregierung hatte am Freitag entschieden, den Unterricht bis zum 18. April ausfallen zu lassen. Da sich die Lage täglich ändert und Maßnahmen verschärft werden, ist noch überhaupt nicht absehbar, wann Schulen und Kitas wieder zu einem einigermaßen normalen Betrieb zurückkehren können.
Die Notfallbetreuung läuft bis zu den regulären Osterferien. Die Ferienbetreuung in Sande ist allerdings abgesagt. Angesichts der Schließung von Schulen und Kindergärten entfällt auch in Schortens die Ferienbetreuung im „Pferdestall“.
Nachdem ursprünglich in den Kommunen jeweils ein zentraler Standort für die Notfallbetreuung vorgesehen war, geht man ab Mittwoch, 18. März, dazu über, alle Kitas zu öffnen, um die Betreuungsgruppen und damit das Ansteckungsrisiko möglichst klein zu halten. Schortens bleibt vorerst noch bei der Regelung, die Notfallbetreuung an der Plaggestraße zu bündeln.
Die Einschränkung für Eltern aus systemrelevanten Berufen gilt dabei weiterhin.
Für die Kinder von Eltern in so genannten systemrelevanten Berufen – dazu zählen das Gesundheitswesen sowie Polizei, Feuerwehr und Justiz – haben die Städte und Gemeinden eine Notfallbetreuung organisiert. Die lief am Montag im Jeverland ruhig und reibungslos. Nur wenige Eltern hatten das Angebot in Anspruch genommen – beziehungsweise in Anspruch nehmen dürfen.
In Schortens, wo der Grundschul- und Kita-Standort Plaggestraße die zentrale Anlaufstelle ist, kümmerten sich Lehrer und Erzieher um elf Kinder, in Sande waren es nur drei – darunter kein Schulkind, sondern nur drei Kita-Kinder aus Neustadtgödens. Im Wangerland waren fünf Eltern auf die Notfallbetreuung für ihre Kinder angewiesen. Nachdem anfangs Hohenkirchen als zentraler Standort für die Notfallbetreuung ausgewählt worden war, entschied man sich nun für Hooksiel, weil fast alle Anfragen aus diesem Ort kamen, so Bürgermeister Björn Mühlena. Gestern dann die Entscheidung, für die Notfallbetreuung alle fünf Kitas in der Gemeinde zu öffnen, die die Kinder üblicherweise auch besuchen.
Auch in Jever ist die Notbetreuung in der Kita Hammerschmidtstraße am Montag reibungslos gelaufen. Der Ansturm sei ausgeblieben, berichtet Bürgermeister Jan Edo Albers. In der Kita seien neun Kinder betreut worden. Auch in Jever wird man ab Mittwoch dazu übergehen, alle Kitas für die Notfallbetreuung zu öffnen, um das Infektionsrisiko zu minimieren.
In Schortens kümmerten sich Lehrer um Kinder von Jahrgang 2 bis Jahrgang 6, darunter auch einer von der IGS und Oberschule Sande. Malen, Spielen, (Vor-)Lesen und einige haben Aufgaben dabei. Und zwischendurch natürlich immer mal gründlich die Hände waschen.
Doch Kinder sitzen nicht lange still: „Zwei Meter Abstand und keiner bewegt sich – das funktioniert nicht“, sagt Lehrerin Kerstin Ahlschwede. Irgendwann wird der Bewegungsdrang zu groß. Also wird auf dem Schulhof getobt. Die neun Lehrer sind an diesem Vormittag alle vor Ort. Es wird beraten und geplant, wie es weitergeht, sagt Schulleiter Tom Becker. Einige arbeiten nun im Homeoffice an konzeptioneller Arbeit oder bauen Überstunden ab.
Nebenan in der Kita Plaggestraße werden die Kleineren ab drei Jahren betreut – fünf sind es an diesem ersten Tag, sagt der stellvertretende Kita-Leiter Dennis Rieken.
In Sande plant Schulleiterin Susanne von Senden mit zwei Kolleginnen, wie es weitergeht. Sie hatte noch am Freitag einen Elternbrief geschrieben, und Eltern unter anderem auf die Lernplattform alfons.de verwiesen. Die kommenden Schulversammlungen hat von Senden abgesagt. Das Kollegium stimmt sich telefonisch und online ab.
