Jeverland - Es waren hauptsächlich Bäume, die Sturmtief „Sabine“ gefällt hat – die Freiwilligen Feuerwehren im Jeverland hatten einiges zu tun, um umgestürzte Bäume wegzuräumen, die Fahrbahnen blockierten oder geparkte Fahrzeuge beschädigt hatten. In Wiarden hatte sich am Sonntag ein Geräteschuppen aus Metallblech selbstständig gemacht und flog samt Inhalt über die Hauptstraße. Dabei rammte es zwei geparkte Autos. Glücklicherweise fuhren in diesem Moment nicht auch noch Autos vorbei. „Insgesamt blieb es bei Sachschäden“, teilte die Polizei mit.

Hohe Wasserstände

Nach der stürmischen Nacht stiegen am Montag die Pegel: In der zweiten Nachthälfte hatte der Wind von Südwest auf West gedreht – so überspülte am Montagmittag bei Hochwasser die See die Strände und Häfen Wangerooges und des Wangerlands. Höchster Wasserstand am Mittag am Pegel Schillig war 1,82 Meter über dem Mittleren Tidehochwasser (MThw) – es gab eine leichte Sturmflut. Für die kommenden Tage werden weitere leichte Sturmfluten erwartet.

Auch aus dem Binnenland drückt das Wasser: Der Speicherpolder Horumersiel war am Montag auch leicht über seine Ufer getreten. In der Nacht zu Montag fielen 15 Millimeter Regen. „Die Pumpen des Schöpfwerks liefen heute früh knapp 6 Stunden“, sagte sagt Schöpfwerksmeister Sven Budde. Die vier Pumpen können pro Sekunde insgesamt 54 000 Liter Wasser aus dem Hohenstief in den Speicherpolder pumpen.

Die Freiwilligen Feuerwehren überall im Jeverland hatten am Sonntag Stabsstellen eingerichtet – überall in den Feuerwehrhäusern warteten Einsatzkräfte auf die nächste Alarmierung. Am Abend konnten die meisten Kräfte nach Hause gehen – „Sabine“ hatte sich ausgetobt.

Am Montag galt dann: Von See drückt das Wasser an die Deiche, aus dem Binnenland drückt das Regenwasser in See: Die Pump- und Schöpfwerke hatten einiges zu tun, der Speicherpolder Horumersiel lief voll.

Bei Hochwasser am Mittag waren die Häfen und Anleger Hooksiel und Wangersiel, Harlesiel und Wangerooge überflutet – in der zweiten Nachthälfte hatte der Wind auf West gedreht und der Küste eine leichte Sturmflut beschert.

Die Schifffahrt und Inselbahn hatte bereits am Sonntag ihre Abfahrten für Montag abgesagt – auch an diesem Dienstag fahren keine Schiffe zwischen Harlesiel und Wangerooge. Grund ist, dass sowohl der Westanleger Wangerooge als auch der Hafen Harlesiel bei Flut immer wieder überspült werden – und das war am Montag ab dem späten Vormittag der Fall. Passagiere hätten dann schwerlich an und von Bord gelangen können.

Auch der Campingplatz Schillig lief voll – weil zu erwarten war, dass die „Badewanne“ sich füllt, hatte die Wangerland Touristik schon am Morgen die Parkplatztore geschlossen. „Das Parken am Campingplatz und Wohnmobilstellplatz ist aus Sicherheitsgründen derzeit nicht möglich. Sobald die Tore wieder geöffnet werden, geben wir Euch umgehend Bescheid“, hieß es von der WTG.

Auf Wangerooge hatte „Sabine“ am Sonntag einiges durcheinandergewirbelt. Wegen Sturmschäden am Haus Fresena wurde der Bereich Zedeliusstraße Ecke Charlottenstraße vor dem Gebäude gesperrt. Auch an anderer Stelle hat der Sturm Dachpappe weggerissen.

Schulausfall am Montag – Entscheidung fiel frühmorgens

In Wilhelmshaven stand bereits am Sonntagabend fest, dass am Montag kein Schulunterricht stattfindet – der Landkreis Friesland entschied das erst am Montagmorgen: Um 5.45 Uhr kam über Katwarn die Meldung, dass kein Unterricht stattfindet.

„Beim aktuellen Sturm waren die Vorhersagen, dass der Sturm in Friesland bis Montagfrüh abnimmt und die Leitstelle hatte ab 23 Uhr einen deutlichen Rückgang der Notruf- und Einsatzzahlen. Somit gab es keine Grundlage für einen Schulausfall“, teilte Kreissprecherin Nicola Karmires am Montag mit: „Da in den frühen Morgenstunden gemeldet wurde, dass für Mittag und frühem Nachmittag wieder verstärkt Sturm zu erwarten sei, war insbesondere die Gefährdungslage für den Rückweg von der Schule unklar. Folglich wurde entschieden, dass die Schule ausfällt.

Nach aktuellem Stand findet der Schulunterricht an diesem Dienstag wieder statt.

Über Schulausfälle informiert der Landkreis Friesland über die Website der Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen/Region Hannover (www.vmz-niedersachsen.de/schulausfall), über die App Katwarn, die Website www.friesland.de und SocialMedia-Kanäle.

Grundsätzlich gilt, dass Eltern von Grundschülern und der Klassen 5 bis 10 selbst entscheiden können, ob für ihre Kinder wegen besonderer Witterungsverhältnisse der Schulweg zu gefährlich ist.

Und die am Montag folgende Sturmflut hat auch den Wangerooger Strand stark angenagt: Abbruchkanten von bis zu zwei Metern auf rund einem Kilometer Länge kamen zutage, als sich das Wasser zurückzog.

Bevor „Sabine“ kam, hatte die Freiwillige Feuerwehr Sande am Samstag einen CO 2 -Einsatz: In einem Gebäude in der Wochenend-Siedlung Seedeich hatte ein Bewohner einen Diesel-Generator laufen – er wurde von Rettungsdienst und Notarzt behandelt. Das Messgerät der Feuerwehr zeigte eine hohe CO-Konzentration. Der Mann hatte Glück, dass er nicht erstickt ist.