Kirchhatten - Das Planfeststellungsverfahren für den Bau eines Kreisverkehrs in Höhe des Marktplatzes in Kirchhatten wird kommen. Nachdem der Gemeinderat sich für die von einem Arbeitskreis entworfene Kreisellösung ausgesprochen hat, liegt der Gang des weiteren Verfahrens nun beim Landkreis. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass der Kreisel tatsächlich gebaut wird, erscheint derzeit ist nicht sonderlich groß. Nach NWZ-Informationen sind längst nicht alle Anlieger bereit, einen Teil ihrer Flächen zu verkaufen. Ändert sich das nicht bis zum im Verfahren vorgesehenen Erörterungstermin für Einwendungen, wäre diese Lösung damit wohl zum Scheitern verurteilt.
Das heißt nicht, dass alles beim Alten bleiben muss. Das hat bereits im April Verkehrsplaner Lothar Zacharias öffentlich auf einer Sitzung des Senioren- und Behindertenbeirates im Hatter Rathaus bestätigt. Alternativ könnte der Verkehr durch eine oder mehrere Ampeln gesteuert werden, stellte er damals vor.
Im Haushalt keine Spur
Da eine Entscheidung über die Zukunft des Kirchhatter Marktplatzes noch nicht gefallen ist, kommt es zu der kuriosen Situation, dass nach dem Werkstattplatz demnächst nun erst das Verbindungsstück zum Rathaus neu gebaut worden ist, dort gab es keine Widerstände – und dann sogar erst noch der neue Busknotenpunkt zwischen Munderloher Straße und Hauptstraße auf dem Plan steht. Im aktuellen Haushaltsentwurf sind für die Jahre 2021 und 2022 dafür je 700 000 Euro in Form einer Verpflichtungsermächtigung eingestellt. Der Umbau des Marktplatzes schlägt sich dagegen nicht in der Finanzplanung der Gemeinde nieder.
Für eine Schlafampel
Die Meinung, dass beim Marktplatz in Kirchhatten etwas passieren muss, damit mehr Sicherheit im Straßenverkehr entsteht, gibt es offensichtlich schon sehr lange. Die NWZ nahm 1952 einen glücklicherweise relativ glimpflich verlaufenen Unfall zum Anlass, den Bau eines Kreisels anzusprechen.
Wer damals die Skizze zeichnete, ist der Redaktion nicht bekannt. Interessant ist der Hinweis, dass schon damals seit 50 Jahren kein Markt mehr auf dem Platz stattgefunden hatte.
Wenn am Ende gar kein Kreisel gebaut würde, wäre das gar nicht schlimm, meint zumindest der Vorstand des Senioren- und Behindertenbeirats. Heinz Priesmeyer und Edo Wübbenhorst haben während der aktuellen Bauphase folgende Erkenntnis gesammelt: „Die Fußgängerampel zwischen Dorfbäcker und Marktplatz hat sich bewährt.“ Da es sich um eine sogenannte „Schlaf- oder Bedarfsampel“ handelt, sei der durch den Ort rollende Verkehr nicht unnötig behindert worden. „Für die Sicherheit der querenden Fußgänger und Radfahrer ist die Ampel dagegen ein deutlicher Gewinn“, so Priesmeyer.
„30 000 Euro, mehr muss eine moderne Schlafampel nicht kosten“, ergänzt Wübbenhorst. Diese Lösung sei damit deutlich günstiger als jeder Kreisverkehrbau. Sie plädieren dafür, die Situation im Prinzip beim gegenwärtigen Status zu belassen. „Dafür müsste kein einziger Baum geopfert werden.“
