Klosterseelte - Als „Molly’s Café“ dürfte es vielen Menschen in der Umgebung ein Begriff sein: Gemeint ist das denkmalgeschützte Bauernhaus am Bremer Weg in Klosterseelte. Der Maler und Grafiker Hans Eisermann hat dieses kleine Kulturzentrum einige Jahre lang in seinem Wohnhaus betrieben – nun hat der 88-Jährige das Haus verkauft.
Die alte Hofstätte in der Bauform eines Rauchstubenhauses wurde erstmals 1736 erwähnt. In den 1960er-Jahren wurden sowohl das Haupthaus als auch das Nebengebäude bei einem Großbrand zerstört.
Hans Eisermann erwarb das Grundstück und sorgte für den Wiederaufbau der abgebrannten Gebäude. Dafür wurde ein Bauernhaus aus dem Raum Verden komplett ab- und in Klosterseelte wieder neu aufgebaut. Die Restauration dauerte von 1979 bis 1981 – anschließend entsprach das Gesamtbild weitgehend der alten Hofstelle. Das Ensemble aus Haupthaus, Remise und Schafstall ist komplett denkmalgeschützt.
„Natürlich ist es mir nicht leicht gefallen, aber ich bin froh, dass Menschen einziehen, die das Haus wertzuschätzen wissen“, sagte Eisermann bei der Schlüsselübergabe an Familie Kirst.
Walter Kirst aus Ganderkesee hat lange nach so einem Haus gesucht. „Wir sind froh, dass wir ein geeignetes Haus zum Mehrgenerationen-Wohnen gefunden haben. Wir wollten eine ländliche Lage, einen großen Garten und einen zentralen Koch- und Essbereich“, erläuterte er. All das habe man in Klosterseelte gefunden. Gemeinsam mit seiner Frau Ulrike, Sohn Carl-Christian und dessen Verlobter Franziska Plott hat Kirst das Haus Anfang März übernommen.
„Ein paar Kleinigkeiten müssen natürlich noch gemacht werden, aber das Haus ist in einem sehr guten Zustand“, freute sich Walter Kirst. Mit der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises sei man in Kontakt, da man die Änderungen am Haus zuvor absprechen müsse. „Wir haben uns vorher gut überlegt, ob wir wirklich ein denkmalgeschütztes Haus nehmen wollen. Aber ein so schönes, gepflegtes und gut erhaltenes Bauernhaus findet man nicht so oft“, erklärt der neue Eigentümer.
Auf rund 400 Quadratmetern Wohnfläche wollen sich die vier Familienmitglieder einrichten. Der Essbereich soll direkt neben der „Feuerstelle“ zu finden sein – dem Kern des sogenannten Rauchhauses. „Die Besonderheit an dieser Bauart ist, dass es keinen Schornstein gibt“, erklärt Kirst, der sich bereits auf das WG-Leben freut. Auch den großen Garten wolle man nutzen. „Hühner schaffen wir uns an und eventuell auch ein paar Schafe. Schließlich gibt es ja schon einen Schafstall.“
Bei all den Plänen für die Zukunft – eines steht schon fest: Familie Kirst hat in Klosterseelte ihr Traumhaus fürs WG-Leben gefunden.
