Kreis Cloppenburg - Im Peterswald in der Gemeinde Garrel ist Gerrit Peters an diesem Morgen unterwegs. „Ein Geheimtipp“, sagt der Forstinspekteur-Anwärter. In Zeiten der Corona-Beschränkungen haben die Menschen verstärkt die Wälder entdeckt. Das stellen auch Peters und sein Chef Onno Striowsky von der Revierförsterei Augustendorf fest. „Die Wälder sind voller.“

Von einem Besucheransturm könne im Landkreis Cloppenburg bislang allerdings keine Rede sein. „Wir sind noch längst nicht an der Belastungsgrenze.“ Im Gegenteil: „Es dürften ruhig noch mehr Menschen in die Wälder kommen“, sagt Peters zumindest in Bezug auf die Forsten in seinem Zuständigkeitsbereich. Denn dadurch wachse auch das Bewusstsein für Natur und Umwelt. „Und eine bessere Gesundheitsvorsorge kann es ja eigentlich nicht geben.“

Anders das Bild am Baumweg in der Gemeinde Emstek: „Die Zahl der Waldbesucher hat sich exorbitant entwickelt“, sagt Stefan Grußdorf, Betriebsdezernent der Niedersächsischen Landesforsten, der in der Teichwirtschaft Ahlhorn wohnt. „Mehr als doppelt so viele Besucher wie sonst“, registriert Grußdorf – neben den „Dauergästen“ auch Besucher, die den Wald neu für sich entdeckt haben.

Grußdorf glaubt jedoch, dass mit den Lockerungen der Corona-Maßnahmen etwa in Geschäften und in Restaurants die Besucher-Frequenz im Wald auch wieder abnehmen werde. Die gestiegene Begeisterung für den Wald und damit des Bewusstseins dafür diene aber letztlich auch der Sicherung des Waldes.

Kleiner Waldknigge

Seien Sie müllfrei im Wald unterwegs.
Checken Sie
sich und Ihre Kinder abends auf Zecken.
Nehmen Sie
Rücksicht auf andere Waldbesucher.
Radfahrer
bleiben auf den Wegen und geben Fußgängern Vorrang.
Kein Mountainbiken
abseits der Wege.
Reiter sind
nur auf festen Fahrwegen unterwegs.
Kein Feuer oder Rauchen
vom 1. März bis 31. Oktober jeden Jahres.
In Naturschutzgebieten
herrscht ganzjährig Wegegebot und Leinenpflicht.
In allen anderen Wäldern
bleiben Hunde vom 1. April bis 15. Juli an der Leine.
Stören Sie den
Jäger nicht auf dem Hochsitz. Hochsitze sind nicht für die allgemeine Benutzung gedacht.
Von Forstmaschinen
deutlich Abstand halten.

Pflanzen und Blüten bleiben am besten im Wald.
Haben Sie
Verständnis für Waldarbeiten.
Nie auf Holzstapel
klettern, sich bewegende Hölzer können gefährlich werden.
Achten Sie
auf Gefahrenstellen – ein Wald ist kein betreuter Park. Das gilt besonders nach Stürmen.
Betreten Sie
keinen Holzeinschlag im Wald – es besteht Lebensgefahr.

Der Großteil der Besucher verhalte sich richtig und halte sich an die Vorschriften, beobachtet Grußdorf. Und auch Gerrit Peters spricht von „sehr rücksichtsvollen“ Waldbesuchern, die er vor allem in den Wäldern rund um die Thülsfelder Talsperre sowie in Staatsforsten rund um das Reha-Zentrum am Garreler Weg ausgemacht hat. Allerdings gibt es auch die Schattenseiten: Einige „schwarze Schafe“ würden ihren Müll in den Wäldern hinterlassen. Am Baumweg haben die Förster auch wilde Feuerstellen oder illegal aufgestellte Zelte festgestellt. „Wir versuchen, zu sensibilisieren“, sagt Grußdorf – gerade auch angesichts der erhöhten Waldbrandgefahr.

Forstinspekteur-Anwärter Peters warnt vor dem Hintergrund der derzeitigen Trockenheit davor, Flaschen achtlos wegzuwerfen. Der Brennglaseffekt könne zu Waldbränden führen. Und auch weggeworfene Zigarettenkippen bergen Gefahren.

Mehr Besucher, mehr Müll – diese Gleichung gehe nicht auf, ist die Erfahrung der Förster. Vorsicht sollten Besucher in den Wäldern vor allem am frühen Morgen und in der Abenddämmerung walten lassen. Denn am 1. Mai sei auch die Jagdsaison gestartet. Peters appelliert, gegenseitig Rücksicht zu nehmen.

Für Ausflüge bieten sich auch der Eleonorenwald zwischen Vrees und Neuvrees, der Kaufwald bei Markhausen, in Garrel der Kammersand oder der Peterswald sowie Bereiche beim Kronsberg in Bösel an. Auch in Löningen gebe es Waldflächen, die für die Naherholung geeignet seien. Grundsätzlich bestehe in allen größeren Waldflächen ein freies Betretungsrecht.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)