Landkreis/Huntlosen - Langsam kommt Bewegung in die Diskussion, meint der Kreislandvolkverband Oldenburg. Die vielen Aktionen der Bauern hätten unter anderem mit dazu geführt, dass die Bundesländer auch selbst das für die Roten Gebiete relevante Nitratmessnetz noch mal überprüfen wollen.

Allerdings haben bereits im März 2019 der Kreislandvolkverband Oldenburg und weitere 21 Kreislandvolkverbände in Niedersachsen den Gutachter Dr. Stephan Hannappel vom hydrogeologischen Unternehmen Hydor aus Berlin beauftragt, eine „fachliche Evaluierung der Ausweisung von Grundwasserkörpern“ vorzunehmen. Ausgangspunkt dafür war schon damals die seit vielen Jahren geführte Debatte um Nitrat im Grundwasser und die daraus 2019 entwickelte Gebietskulisse zu den Roten Gebieten.

Diese Diskussion kann aus Sicht des Vorsitzenden und des Geschäftsführers des Kreislandvolkverbandes Oldenburg, Jürgen Seeger und Bernhard Wolff, zwingend nur mit sachlich fundierten Fakten geführt werden. „Deshalb erwarten wir aussagekräftige Informationen über die jeweiligen Brunnen.“

Das beauftragte Gutachten untersucht zum einen die Plausibilität der durch den NLWKN in Niedersachsen 2015 vorgenommenen Bewertung der Grundwasserkörper hinsichtlich des chemischen Zustandes im Punkt Nitrat. Zum anderen prüft Hydor die bautechnische Qualität der Messstellen sowie die an ihnen erhobenen Messdaten. Die dafür notwendigen Datengrundlagen wurden in enger Abstimmung mit dem niedersächsischen Umweltministerium vom zuständigen NLWKN zur Verfügung gestellt.

„Der Schutz des Grundwassers ist ein wichtiger und wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit auf den landwirtschaftlichen Flächen. Bei der insgesamt geführten Debatte um Nitrat im Grundwasser erschienen uns Daten im Zusammenhang mit dem gemeldeten Nitrat-Messstellennetz nicht plausibel. Aus diesem Grund haben wir mit allen Kreislandvolkverbänden in den Roten Gebieten Dr. Hannappel mit der Untersuchung der grundlegenden Fragestellungen beauftragt. Nur mit wissenschaftlich fundierten Informationen zu dem Messstellennetz kann etwas für die weitere Grundwasserqualität erreicht werden. Die Ergebnisse des Gutachtens werden wir voraussichtlich im April 2020 mit den beteiligten Behörden besprechen und der Öffentlichkeit vorstellen. Aufbauend auf diese Erkenntnisse erwarten wir dann von den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung gemeinsam mit der Landwirtschaft eine weitere politische Beratung mit praxistauglichen Beschlüssen“, so Jürgen Seeger und Bernhard Wolff.