Langeoog - In die Affäre um den Wittmunder SPD-Landtagsabgeordneten Jochen Beekhuis (Großefehn) ist offenbar auch einer seiner öffentlichen Fürsprecher verstrickt: der stellvertretende Vorsitzende des Langeooger SPD-Ortsvereins, Mario Kramp. Es geht um Chats, in denen Parteikollegen attackiert worden sein sollen, und mutmaßlich von Beekhuis fingierte Leserbriefe. Am Mittwoch hatte Kramp der „Ostfriesen-Zeitung“ im Namen seines Ortsvereins eine Solidaritätsbekundung für Beekhuis geschickt. Am Donnerstag stellte sich heraus: Im Chat mit dem Landtagsabgeordneten hatte auch er gegen die Wittmunder SPD-Kreisverbandsvorsitzende Roswita Mandel ausgeteilt.
Aus den von einem Hacker ins Netz gestellten privaten Beekhuis-Chats geht hervor, dass Kramp im März 2018 in Bezug auf Mandel schrieb, er habe die Sorge, „dass die SPD hier oben durch solche dummen Menschen ihr Gesicht verliert“. Beekhuis gab sich verständnisvoll: „Ja, die Sorge ist berechtigt!“ Mandel müsse eine Woche lang unter Beschuss genommen werden. Kramp antwortete: „Das kriegen wir hin.“
Am späten Donnerstagnachmittag traf sich der Vorstand des SPD-Kreisverbands Wittmund. Auch Beekhuis war anwesend. Der 42-Jährige betrat das Wittmunder SPD-Büro, als wäre in den vergangenen Tagen nichts passiert. Die Vorsitzende Mandel verweigerte ihm den Handschlag. Am Abend sagte Mandel auf Nachfrage, dass der Kreisverbandsvorstand den SPD-Bezirk Weser-Ems mit der Einrichtung einer Untersuchungskommission im Fall Beekhuis beauftragt habe. Der Bezirksvorstand kommt an diesem Samstag zusammen.
